
The Will of the Many
James Islingtons Roman, der auch in der deutschen Übersetzung von Gerda M. Pum den Titel »The Will of the Many« trägt, spielt 300 Jahre nach einer globalen Katastrophe, in einer Welt, die von der Republik Caten und deren »Hierarchie« beherrscht wird. Die Gesellschaft ist streng hierarchisch in acht Klassen gegliedert und orientiert sich terminologisch an der Römischen Republik. Zentral ist das Prinzip der »Willensübertragung« von den unteren zu den oberen Klassen, was die bestehende Machtordnung zementiert. Die Handlung folgt Vis Telimus, einem am Rand der Gesellschaft lebenden Protagonisten, der sowohl in der Gladiatorenarena als auch im politischen Establishment eine gute Figur macht. Und schließlich in die Catenische Akademie eingeschleust wird, die Schule der Eliten-Kinder.
Der australische Autor kombiniert klassische Motive und Handlungsorte wie den »verkannten Prinzen« oder eine Internatsschule mit Elementen aus Science-Fiction und Fantasy. Dies führt zu einem spannungsreichen Plot, in dem im Übrigen – zumindest im ersten Band – das Liebesmotiv kaum eine Rolle spielt. Die dramaturgische Anlage ist versiert, zeigt jedoch gelegentliche Schematisierung.
Diese Retro Future Fiction empfiehlt sich vor allem für Leser*innen, die an actionbetonten Abenteuergeschichten interessiert sind.
(Bd. 2: „The Strength of the Few“ ist ebenfalls schon lieferbar & Bd. 1 bereits als Taschenbuch erhältlich)
Franz Lettner

James Islington: The Will of the Many. Hierarchy Buch 1
Dieser Buchtipp erschien zuerst in "1001 Buch"

