Molly mittendrin

Molly kämpft sich durch ihren Alltag, mitunter etwas zögerlich und zaghaft. Während die anderen Kinder in ihrer neuen Schule die Treppen rauf und runter laufen, geht Molly ganz an der Seite und hält sich am Geländer fest. Und dann sperrt sie sich auch noch auf dem Schulklo ein. Verflixtes Schloss! Zuhause hätte sie gern eine Tür, die sie hinter sich schließen kann, und ein eigenes Zimmer, um ungestört Übernachtungsparties und Heimkinoabende mit der besten alten und der ersehnten, aber noch nicht ganz gewissen besten neuen Freundin zu feiern, ohne dass der kleine Bruder Mingus – eh lieb, aber auch lästig – immer mit dabei ist …

Die dänische Autorin Sabine Lemire, von deren Heldin »Mira« bereits sieben Erzählbände im Comic-Stil für Mädchen ab 10 Jahren vorliegen, entwirft mit »Molly« erneut eine interessante und sympathische Mädchenfigur. Erzählt wird in kurzen Alltags-Episoden mit einem übergreifenden Erzählbogen schon für jüngere Leserinnen, begleitet von vielen, oft auch ganzseitigen Bildern. Molly hat mit Vater, Mutter und Oma gleich drei gute Berater:innen und Dialogpartner:innen für klärende Gespräche an ihrer Seite, um ihren Alltag – neue Schule – gut zu meistern und persönliche Wünsche – eigenes Zimmer – im Familienverband durchzusetzen. Thematisch ist das alles nicht neu oder überraschend, aber selten liest man das Gefühlsleben und die Gedankenwelt einer wie Molly komprimiert auf letztlich doch wenige Seiten mit so genauem Blick für die wichtigen kleinen Details. Passend dazu umrahmt die Illustratorin die einzelnen Kapitelüberschriften mit vielen kleinen Dingen und Alltags-Kram von Molly, der Sammlerin von allem, was schön ist.

Klaus Nowak

lemire molly schule

Sabine Lemire & Signe Kjær (Ill.): Molly mittendrin
Die neue Schule (Band 1) & Ein eigenes Zimmer (Band 2)

Aus dem Dänischen von Maike Barth. Leipzig: Klett 2025, 80 bzw. 88 S., je € 14,40, ab 6 Jahren
Dieser Buchtipp erschien zuerst in "1001 Buch"