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Mac Barnett & Jon Klassen (Ill.)
Der Wolf, die Ente und die Maus


Aus dem Englischen
von Thomas Bodmer

Zürich: Nord-Süd 2018
40 S. | € 15,50 | ab 4

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Buch des Monats Februar 2019

Wer hätte das gedacht?  Von einem Wolf verschlungen zu werden, ist nicht das Ende der Welt. Zumindest nicht in der großartigen Geschichte von Mac Barnett und Jon Klassen. Dann ist genau dieses – nennen wir es: Malheur einer Maus Auftakt für ein außergewöhnliches Abenteuer. Eines, das so skurril wie philosophisch daherkommt und deutlich macht, dass wir öfter die Perspektive wechseln sollten. Wie Barnett und Klassen es hier vormachen, wenn sie die verschluckte Maus im Bauch des Wolfs auf eine Ente treffen lassen. Die hat sich dort häuslich eingerichtet und findet ihr Leben zwar ein wenig dunkel (»Ich wünschte, dieser Bauch hätte ein, zwei Fenster«), aber sonst ganz prächtig. Schließlich muss sie im Inneren des Wolfs keine Angst davor haben, von einem Wolf verschlungen zu werden, wie das draußen Tag für Tag der Fall war. »Hier drin gibt es solche Sorgen nicht.« Die Logik der Ente ist unschlagbar. Findet auch Maus und beschließt zu bleiben.

Mit der Einzugsparty der Maus, bei der die beiden frisch gebackenen WG-Bewohnerinnen, eine flotte Sohle auf die Mageninnenwand legen, ist die Geschichte jedoch längst nicht vorbei. Sie nimmt, im Gegenteil, erneut eine kuriose Wendung: Dem Wolf wird von all der wilden Feierei in seinem Inneren gehörig schlecht. »O weh!« So schlecht, dass letztlich der Jäger ein leichtes Spiel hat … Am Ende eines dramatischen Showdowns sind zwar alle quicklebendig, aber zumindest einer nicht ganz so glücklich mit seiner Situation: »O weh! O weh!«

Klingt verworren? Ist es aber ganz und gar nicht, lässt man sich auf die bestechende Logik und den um­werfenden Humor des Buches ein, in dem Barnett und Klassen erneut ihr Gespür für das Wesentliche unter Beweis stellen. Gerade die Reduktion von Bild und Text, der von ­Thomas Bodmer punktgenau ins Deutsche übertragen wurde, machen den Charme und das Potential der Geschichte aus und bieten Raum für Fragen, Gespräche und Gedankenspiele.                                    
Marlene Zöhrer für  >>> "1001 Buch"
 
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