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Frida Nilsson
Sasja und das Reich jenseits des Meeres


Aus dem Schwedischen von
Friederike Buchinger

Hildesheim: Gerstenberg 2019
496 S. | € 20,60 | ab 11

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Buch des Monats Oktober 2019

Ein behaarter Mann im roten Morgenrock, der nach Parfüm und Schweiß riecht, sich ausschließlich von Torte ernährt und mit seinen Gästen am liebsten Krocket spielt – in ihrem neuen Roman beschreibt Frida Nilsson nicht nur ein Leben nach dem Tod, sondern gibt dem Tod auch eine Gestalt. Er ist selbstverliebt, aber charmant. Alles in allem eine höchst skurrile Figur, die mit allen Erwartungen bricht.

Am Sterbebett seiner Mutter verspricht Sasja den Tod zu überlisten, macht sich noch in derselben Nacht auf, überquert mit einem alten Holzboot das Meer und gelangt ins Reich des Todes, das aus drei Teilen besteht: Hilde, Sparta und Harpyrien. Die BewohnerInnen dieser drei Reiche Tierwesen, die sich menschenähnlich verhalten – dienen allesamt dem Tod und sind ihm in Liebe vollkommen ergeben. Daher wollen sie auch verhindern, dass Sasja zum Tod gelangt und vielleicht gar seine Mutter zurückholt – schließlich könnten es ihm andere „Lebende“ gleichtun und so die Ordnung zerstören. Weil der junge Held aber drei junge FreundInnen gewinnt, die ihn verstehen und auf seiner lebensgefährlichen Reise durch das Reich des Todes begleiten, gelangt er schließlich doch ans Ziel. Was Sasja da aber vorfindet, überrascht sowohl ihn wie die Lesenden: Seine Mutter lebt hier gesund und munter als Geliebte des Todes. Während der Tod sich bei Sasja anbiedert, um die Gunst des Stiefsohnes zu gewinnen, verlangt seine Mama von ihm sich zwischen einem Leben mit ihr und dem Tod und einem Leben auf der anderen Seite des Meeres bei seinem Papa zu entscheiden …

Frida Nilsson konzipiert ihre Jenseitserzählung nicht nur als Abenteuerroman und Heldenreise, sie thematisiert darin auch große Themen unserer Zeit: Die unergründliche Liebe zu einem höheren Wesen, die Kriege auslösen kann, die Emanzipation der Frau oder die Angst vor dem Fremden. Dass der von Friederike Buchinger gelungen übersetzte neue Roman der soeben mit dem James Krüss Preis für internationale Kinderliteratur ausgezeichneten schwedischen Autorin trotzdem auch eine leichte Seite hat und für alle Kinder lesbar ist, liegt nicht zuletzt daran, dass er dem kindlichen Spiel ein Hohelied singt.

Juliane Zach

(diese Besprechung erschienen zunächst in  >>> "Die Furche")
                                   
 
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