Papierklavier

"Vorhin im Radio gehört: Bei weiblich benannten Hurricanes gibt es mehr Todesopfer als bei männlich benannten. Von Hurricane Cindy fühlen sich die Menschen weniger bedroht als von Hurricane Charlie, von Alexandra weniger als von Alexander. Evakuierungen werden daher später eingeleitet und mehr Menschen kommen ums Leben. Was soll man dazu sagen?
Unterschätze nie die Kraft einer FRAU!"


Darum geht's im Buch
Die 16-jährige Maia hält nicht viel von den herkömmlichen Schönheitsidealen oder Vorgaben zu traditionellem rollenspezifischen Verhalten. Dresscodes sind ihr egal, außerdem wäre ohnehin zu wenig Geld da. Ihre alleinerziehende Mutter tut zwar alles, um sich und die drei Töchter über Wasser zu halten, es reicht aber trotzdem hinten und vorne nicht. Um sie zu unterstützen, arbeitet Maia zwei Nachmittage pro Woche im Smoothie Paradies. Doch trotz all der schwierigen Rahmenbedingungen gelingt es ihr, ein geglücktes Leben zu führen – weil sie nicht allein ist, sondern Freunde hat, auf die sie zählen kann. Formal außergewöhnlich als eine Art Tagebuch oder Skizzenbuch angelegt, erzählt Elisabeth Steinkellner von weiblicher Pubertät, von Mobbing, Transgender und Armut. Der Text bleibt in seinem Tonfall zurückhaltend, während die schwarz-türkisen Kreideillustrationen und Schriftzüge viel Raum in Anspruch nehmen und Maias Gefühle mit einer vielgestaltigen Bildsprache in starke Emotionen übersetzen. Ein wunderbares Buch über Diversität, das die Möglichkeiten auslotet „sich wohlzufühlen in der eigenen Haut, im eigenen Leben, auch, wenn es nicht der Norm entspricht. Wo, wenn nicht hier. Wer, wenn nicht wir.“.

Das sagt die Presse
  • Steinkellner erzählt auf eine lässige, unaufgeregte Art von dem, was im Leben schwer ist. Dass sie es in so reduzierter Form tut, gibt den Texten eine zusätzliche Kraft (…). Da, wo die Worte künstlich verknappt werden, muss die Leserin die Lücken selbst füllen. Was einen interessanten Effekt hat: Man liest diese Texte aufgrund der Kürze schneller, sie wirken dennoch länger nach. Katrin Hörnlein, DIE ZEIT
  • In „Papierklavier“ entwickelt die österreichische Autorin Elisabeth Steinkellner diese Coming-of-Age-Geschichte in engem Zusammenspiel mit der Illustratorin Anna Gusella als einen lebendigen Mix. In den Aufzeichnungen der heranwachsenden Protagonistin fließen Text- und Bildebenen übergangslos ineinander, kommunizieren und ergänzen sich.“ Eva Christina Meier, taz
  • Ein Plädoyer gegen den Perfektionismus und vor allen Dingen für das Erkennen der kleinen Glücksmomente, die das Leben bereichern und auch verzaubern können! Ute Wegmann, Deutschlandfunk
Links zur Inspiration

 

cover steinkellner

Elisabeth Steinkellner: Papierklavier

Illustriert von Anna Gusella, Weinheim: Beltz & Gelberg 2020, 140 S. | ISBN 978-3-407-75579-7 | € 15,40 | Ab 15 Jahre
Ausgezeichnet mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2021