Held Hermann

„Seid‘s ihr denn komplett narrisch geworden?! Hundsbuben, elendige!“ Ich habe sie gar nicht kommen gehört. Mutter hastet zum Küchenfenster, reißt die Vorhänge zu, obwohl draußen helllichter Tag ist.
„Wenn das wer sieht!“, zischt sie bedrohlich. „Denkt ihr Mistbuben überhaupt nicht nach? Ihr bringt uns noch ins Grab!“


Darum geht's im Buch
Freistadt im Mühlviertel, 1944: Hermann ist 12 und obwohl sein Vater an der Front ist und der Krieg schon so lange dauert, genießt er relativ unbeschwerte Kindertage und erlebt richtige Lausbubenabenteuer. Mit seinen Freunden kraxelt er im Kirchturm herum, geht er schwimmen und versucht trotz ausdrücklichem Verbot heimlich zu fischen. Weil der Hunger plagt ihn schon arg, drum liest er seiner kleinen Schwester auch gern Rezepte aus Mamas dickem Kochbuch vor. Seine Lieblingslektüre aber heißt „Helden im Sattel“, ein Roman, der von Männern wie Winnetou und Old Shatterhand erzählt. Spannend und gefährlich wird es dann auch in Hermanns Alltag: Wer versteckt sich im Nachbarhaus? Und wieso gibt Mutter vor, die Nachbarin kaum zu kennen, obwohl sie von ihr Zettel zugesteckt bekommt? Gehört seine Familie vielleicht zu einem Geheimbund und hilft Leuten, die gegen die Nazis sind?
Basierend auf den Kindheitserlebnissen ihres Großvaters im Mühlviertel ist Leonora Leitls Roman-Debüt ein historisch genauer und politisch bewusster Bericht und zugleich auch ein spannendes Abenteuerbuch.

Das sagt die Presse
  • Eine eindringlich erzählte und illustrierte Geschichte über den Mut zum Widerstand und das Großwerden in Zeiten des Krieges. DIE ZEIT
  • Es mag viele Jugendbücher über den Zweiten Weltkrieg geben, doch keines ist so natürlich, authentisch und mit einer Portion Aufgewecktheit geschrieben, wie das vorliegende von Leonora Leitl. Janett Cernohuby, janetts-meinung.de
  • Die ständige Bedrohung rückt die Autorin immer wieder in alltäglichen Ereignissen ins Bild. Mit sicherem Sprachgefühl, glaubwürdigen Dialogen und einem feinen Gespür für Räume, besonders für die kleinen Refugien, die sich Hermann und seine Freunde schufen, um sich für Augenblicke geschützt zu fühlen. Siggi Seuß, Süddeutsche Zeitung
  • Die Sprache der Autorin überzeugt und bleibt stets stimmig – vom „Jessas, Marantana“ der Rosatante aus der „Böhmei" bis zu den „Klapperln“, die Hermann in der Hand trägt, wenn er geräuschlos aus der Wohnung schleichen will. Ein großer Roman, der eine kleine Region erzählerisch präzise erkundet und weit über sie hinaus weist. Klaus Nowak, Die Furche
Links zur Inspiration

 

cover leitl

Leonora Leitl: Held Hermann

Als ich Hitler im Garten vergrub
Innsbruck: Tyrolia 2020, 256 S. | ISBN 978-3-7022-3872-8 | € 19,95 | Ab 12 Jahren
Aufgenommen in die Kollektion zum Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2021