Das Nacht-Tier

Wenn der kleine Ich-Erzähler nicht einschlafen kann, dann kommt ihn das Nacht-Tier besuchen. Groß ist es, und wild und zottig sieht es aus, mit riesigen kugelrunden Augen – und ist doch ganz lieb und zahm.

Aufs Wort gehorcht es jedem Befehl des Jungen, läuft, springt und schwimmt mit ihm aus dem Zimmer und aus der Stadt hinaus, besteigt einen hohen Berg und fliegt sogar in den Himmel hinein. Bis sie wieder im Bett landen – wo sich das blauschwarze Nacht-Tier zum Kind unter die Decke kuschelt, ganz klein wird und sagt: „Schlaf.“ Was jetzt, nach so aufregenden Abenteuern, natürlich ganz von selbst geht… Poetisch und leise kommt dieses Bilderbuch daher, ganz zart und weich, so wie das wuschelige Tier, in dessen Flausche-Zotteln sich der Junge gut festhalten kann und immer beschützt fühlt. Rhythmisch wie eine Welle trägt der gereimte Text durch die Geschichte, hier wurde gefeilt und gekürzt, bis nur noch gesagt wird, was wichtig ist. Eine Gute Nacht-Geschichte, die die besondere Stimmung vor dem Einschlafen, die magische Übergangszeit zwischen Wachen und Träumen in lyrischer Sprache und blau-türkisen Bildern behutsam einfängt. Mit diesem nächtlichen Besucher ist alles möglich – auch eine Reise zum Mond.

cover rassmus nachttier

Jens Rassmus: Das Nacht-Tier

Wien: G&G Verlag 2018 | 48 S. | € 19,95 | ab 4