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Jugendbuchtipps | Archiv
 
   
  Jugendbuch des Monats

Siri Pettersen: Die Rabenringe – Odinskind
Übersetzt von Dagmar Mißfeldt und Dagmar Lendt. Zürich: Arctis 2018

Es ist eine kalte Nacht voll Schnee und Eis, in der Thorrald das Neugeborene bei den Steinkreisen findet. Die Missgeburt ohne einen Schwanz, wie ihn alle in den elf Reichen von Ymsland tragen. Ein Odinskind, das durch die Rabenringe aus einer anderen Welt gekommen ist, ein Mensk, der nach altem Glauben eine Seuche unter den Ymlingen verbreitet. Doch Throrrald rettet das Mädchen, zieht Hirka auf, verheimlicht ihre Herkunft. Der Wolf sei es gewesen, der ihren Schwanz geholt habe…   >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Irmgard Kramer: 17 Erkenntnisse über Leander Blum
Bindlach: Loewe 2018

Unübersehbar sind sie, die großflächigen Graffiti-Malereien im urbanen Raum, auf Mauern, Hausfassaden, U-Bahn Zügen. Manchmal legal gesprayt, oft illegal, von jungen Menschen in Kapuzenpullis, die sich die Nächte um die Ohren schlagen, ihr letztes Geld für Farbe ausgeben, vor der Polizei weglaufen.
Leander und Jonas, Freunde seit ihrer Kindheit, sind solche Street Art –Künstler. Mit ihrem Tag „BLUX“ haben sie sich durch ihre künstlerischen 3 D - Arbeiten einen Namen in der Szene gemacht, wer sich dahinter verbirgt, weiß allerdings keiner.   >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Karen M. McManus: One of us is lying
Aus dem Amerikanischen von Anja Galić. München: cbj 2018

Manchmal lügen wir mehrmals am Tag – aus Höflichkeit oder Bequemlichkeit, weil wir besser dastehen oder uns einen Vorteil verschaffen wollen. Und manchmal verbergen wir etwas – länger als einen Tag. Die Geheimnisse von Bronwyn, Addy, Nate und Cooper, vier Teenager auf der Bayview High School, sind ein anderes Kaliber. Wenn die auffliegen, fliegt den Jugendlichen auch ihre Welt um die Ohren.    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Tamara Bach: Mausmeer
Hamburg: Carlsen 2018

„Mausmeer - schon der Titel der neuen Erzählung von Tamara Bach ist nicht eindeutig. Erst viel später im Text wird klar, dass damit der Schauplatz des Geschehens gemeint ist, der Anglerteich hinter dem Hof des verstorbenen Großvaters der Hauptfiguren. Und so entwickelt das ganze Buch seine Faszination – es lässt vieles unklar, vage, oder überhaupt ungesagt, und erzeugt dabei große innere Spannung. Man muss es mögen, zwischen den Zeilen zu lesen, offene Leerstellen im eigenen Kopf zu füllen.    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

David Arnold: Herzdenker
Aus dem amerikanischen Englisch von Ulrich Thiele. Würzburg: Arena 2018

Bis zu 80 Prozent der zwischenmenschlichen Kommunikation sind nonverbal, Mimik spielt eine entscheidende Rolle dabei. Was aber, wenn man dazu nicht fähig ist? Der sechzehnjährige Vic leidet am Möbius Syndrom, seine Gesichtsmuskeln sind gelähmt, er kann nicht lächeln, die Stirn runzeln, blinzeln, die Augen schließen. Weshalb er, der komplexe Analysen, Opern, Matisse und ausufernde Epik liebt, von anderen als dumm eingestuft, angestarrt, gemobbt wird.    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Jeff Zentner: Zusammen sind wir Helden
Aus dem Englischen von Ingo Herzke. Hamburg: Carlsen 2018

Sein Leben läuft nach einem schrecklichen vorherbestimmten Plan ab, davon ist Dillard Wayne Early Junior überzeugt. Ist er doch Enkel eines Großvaters, der sich als „Schlangenkönig“ in geistiger Verwirrung umgebracht hat, und Sohn eines fanatischen Pastors, der wegen Besitzes von Kinderpornografie im Gefängnis sitzt. An der Last seines Namens trägt der gebrandmarkte 17jährige schwer. Dill meint, keine Wahl zu haben.    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Marit Kaldhol: Zweet
Aus dem Norwegischen von Maike Dörries. München: Mixtvision 2017

Lill-Miriam ist anders als andere Vierzehnjährige. Ungefiltert nimmt sie ihre Umwelt wahr, Geräusche sind Feinde, die Schmerzen bereiten, weshalb sie mit Kopfhörern in der Klasse sitzt. Sie redet nicht viel, nur mit sich selbst, wenn niemand sie hören kann, macht Dinge auf ihre eigene Art. Ihr hauptsächliches Interesse gilt Insekten, besonders Bienen, mit denen sie sich identifiziert: Die anatomisch vollkommene Biene, „ist ich, ich will sie sein“.   >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Sarah Michaela Orlovsky: Ich #wasimmerdasauchheißenmag
Mit Bildern von Ulrike Möltgen. Innsbruck-Wien: Tyrolia 2017

Eigentlich sollte man ja wissen, wer man ist. Welche Bedürfnisse man hat, welche Vorlieben, Abneigungen, Ziele. Doch so einfach scheint es nicht zu sein. Einen klassischen Höhepunkt der Identitätssuche bildet die Pubertät, in der die oder der verwirrte Jugendliche noch nicht über viele hilfreiche Erfahrungswerte zur besseren Orientierung verfügt. „Wer werde ICH einmal? Wer WILL ich sein? Und: Wer oder was wird aus mir, wenn ich den richtigen Zeitpunkt für all diese wichtigen Entscheidungen übersehe?“    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Alina Bronsky: Und du kommst auch drin vor
München: dtv 2017

Kim liest nicht. Womit sie eine Familientradition hochhält, schließlich kann sich ihre Mutter auch nur dunkel an „Hanni und Nanni“ als letzte Lektüre erinnern. Dementsprechend überrascht ist das Mädchen dann, als sie mit ihrer Schulklasse an einer Lesung teilnimmt – und ihr die Geschichte merkwürdig bekannt vorkommt. „Ich konnte es nicht fassen. Was diese Leah Eriksson da nuschelte, handelte von mir. Von meiner Familie. Von meinem Leben. Von meinen Gedanken. Es kamen andere Namen drin vor und ein paar unwichtige Details stimmten nicht. Aber der Rest war ich.“   >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Frances Hardinge: Der Lügenbaum
Aus dem Englischen von Alexandra Ernst. Stuttgart: Freies Geistesleben 2017

Als Charles Darwin „Über die Entstehung der Arten“ veröffentlichte, kam das einem weltanschaulichen Erdbeben gleich. Die biblische Schöpfungserzählung ein Mythos? Die Sonderstellung des Menschen nicht gerechtfertigt? Ein Affront nicht nur für die katholische Kirche.
Nur zu gerne würde die 14jährige Faith sich zu diesen Fragen austauschen. Hat sie, die Tochter eines berühmten Naturforschers, doch unzählige Bücher gelesen und ihr ganzes junges Leben damit verbracht, ihrer unstillbaren Neugier nach Wissen nachzugehen.    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Neil Smith: Das Leben nach Boo
Aus dem Englischen von Brigitte Walitzek. Frankfurt am Main: Schöffling 2017

Eben noch steht Oliver vor seinem Schulspind, und plötzlich ist er in einem Krankenhaus, neben ihm ein Mädchen mit Rastazöpfchen, das ihn als seine Tutorin im Himmel für dreizehnjährige Amerikaner begrüßt. Da er alles ganz klar sieht, und das ohne Brille, weiß er sofort, dass er gestorben ist. Doch wie genau, daran erinnert er sich nicht, die letzten Momente seines Lebens sind ein blinder Fleck. Was ihn nicht besonders stört – er nähert sich seinem neuen Aufenthaltsort mit wissenschaftlichem Interesse. So, wie er es immer getan hat.    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Jon Walter: Mein Name ist nicht Freitag
Aus dem Englischen von Josefine Haubold. Hamburg: Carlsen 2017

Unser Name gehört zu uns. Wird er uns ohne unseren Willen genommen, verlieren wir einen Teil unserer Identität. „In diesem Augenblick stirbt ein kleines Stück von mir. Ich spüre, wie es mich verlässt, als ich die Stimme hebe: „Freitag. So heiße ich.“ Es wird Jahre dauern, bis Samuel seinen Sklavennamen wieder ablegen kann. „My Name´s Not Friday“,  „Mein Name ist nicht Freitag“ ist denn auch der Titel des neuen historischen Romans von Jon Walter.    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Timothée de Fombelle: Die wundersamen Koffer des Monsieur Perle
Aus dem Französischen von Sabine Grebing und Tobias Scheffel. Hildesheim: Gerstenberg 2017

Jedes Mal, wenn jemand sagt: „Ich glaube nicht an Feen“, fällt irgendwo eine Fee tot um. Das wissen wir seit Peter Pan. Doch wenn Sie Timothée de Fombelles „Die wundersamen Koffer des Monsieur Perle“ lesen, retten Sie ein Feenleben. Und eine große, große Liebe.
Als der namenlose jugendliche Ich-Erzähler tief in den Wäldern auf einen geheimnisvollen Sonderling trifft, hat er keine Ahnung, wen er da vor sich hat.    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Anna Woltz: Hundert Stunden Nacht
Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann. Hamburg: Carlsen 2017

Emilia läuft weg. Emilia läuft weg, weil ihr Vater – ausgerechnet auch noch Direktor ihrer Schule – sich in eine Schülerin verliebt hat und nach dem Auffliegen seiner 67 peinlichen sms ein digitaler shitstorm über die Familie hereinbricht. Obwohl es erst vierzehn ist, plant das Mädchen seine Flucht von Amsterdam nach New York bis ins Detail, den mittels väterlicher Kreditkarte gebuchten Flug, das im Voraus bezahlte Apartment.     >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

April Genevieve Tucholke: All the strangest things are true
Aus dem Amerikanischen von Anne Brauner. Stuttgart: Thienemann 2017

Drei Augen schauen uns vom Cover des neuen Jugendromans „All the strangest things are true“ an, sehr verschiedene Augen, und das passt gut. Denn die junge amerikanische Autorin April Genevieve Tucholke lässt nicht nur eine Erzählerstimme zu Wort kommen, sondern drei: Wink, Poppy, Midnight – so heißt das Buch übrigens auch im Original.    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Rindert Kromhout: Brüder für immer
Aus dem Niederländischen von Birgit Erdmann. München: Mixtvision 2016

Schon als kleines Kind weiß Quentin, dass er Schriftsteller werden will. „Alice im Wunderland“ sei schuld daran, erzählt er in Rindert Kromhouts „Brüder für immer“. Ein wenig mag auch seine Familie dazu beigetragen haben. Schließlich ist seine Mutter die berühmte Malerin Vanessa Bell, und seine Tante heißt  Virginia Woolf. Die ermuntert  ihn zum Schreiben, lektoriert seine Arbeiten und gibt ihm Tipps ...    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Steven Herrick: Wir beide wussten, es war was passiert
Aus dem australischen Englisch von Uwe-Michael Gutzschhahn. Stuttgart: Thienemann 2016

„Ich liebe den Ort, das Strömen des eiskalten klaren Wassers über die Steine, die Akazien am Ufer, die sonnenhungrigen Eidechsen, wie sie horchend den Kopf heben. […] Die Hälfte meiner Schultage hab ich hier draußen verbracht mit Büchern, geklaut aus dem Megalong-Buchladen, wo mich der alte Tom Whitton für seinen besten Kunden hielt, während ich mit jedem Buch, das ich kaufte, drei andere unter der Jacke nach draußen schmuggelte.    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Andrew Smith: Winger
Aus dem Englischen von Hans-Ulrich Möhring. Hamburg: Königskinder 2016

„It´s a man´s world“ in Andrew Smiths neuem Jugendroman „Winger“. Na ja, eigentlich eher “a boy´s world“. Von Männlichkeit ist der Ich-Erzähler denkbar weit entfernt. Hier wogen die Hormone eines vierzehnjährigen Teenagers, für den praktisch jedes weibliche Wesen entweder „heiß“ oder „ziemlich heiß“ ist, hoch. Dabei zeichnet sich Ryan Dean durch außergewöhnliche Intelligenz aus, er ist nicht nur einsamer Klassenbester, sondern auch noch zwei Jahre jünger als alle anderen in der Elften.    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Tamara Bach: Vierzehn
Hamburg: Carlsen 2016

Ein Tag.  Nur zwei, drei Handvoll Stunden vom Aufwachen bis zum Schlafengehen. Das klingt nach wenig, und ist doch so viel, wie Tamara Bach auf beeindruckende Weise in ihrem neuen Jugendroman „Vierzehn“ zeigt.
Es ist kein gewöhnlicher Tag für Beatrice, die von allen nur Beh genannt wird, in mehrfacher Hinsicht nicht: Der erste Schultag nach den Sommerferien, nun in der neunten Klasse. Die anderen hat sie seit Monaten nicht mehr gesehen, weil sie noch vor Schulschluss schwer erkrankt ist.   >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Alexandra Tobor: Minigolf Paradiso
Hamburg: Rowohlt 2016

„Minigolf Paradiso“:  Der Titel von Alexandra Tobors neuem Roman klingt heftig nach Nostalgie, nach Musik von Rex Gildo oder Conny Francis, nach Plastikflamingos und künstlichen Palmen. Und die gibt es tatsächlich, in diesem Sommer 1997: vor allem auf dem zur Ruine verkommenen Minigolf Platz in Castrop-Rauxel, auf dem Malinas Großvater Alois in einem Wohnwagen haust.    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Michael Sieben: Ponderosa
Hamburg: Carlsen 2016

„Ponderosa“. Den Titel des Jugendromans von Michael Sieben muss man 1960er Jahrgängen  nicht erklären. Da taucht vor dem geistigen Auge Little Joe mit seinem gescheckten Pony am Horizont auf, neben ihm die anderen Cartwright-Brüder, und die Titelmelodie hat so mancher bis zum Lebensende im Ohr. Anders Ich-Erzähler Kris mit seinen 15 Jahren, der muss erst mal googlen, „was bitte schön eine Bonanza sein soll“, als ...   >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Que du Luu: Im Jahr des Affen
Hamburg: Königskinder 2016

„Nie möchten wir der Mensch sein, der wir sind.“  Dieses buddhistische Zitat stellt Que du Luu ihrem neuen Roman „Im Jahr des Affen“ programmatisch voran. Wobei ihre Protagonistin Mini ja nicht einmal genau weiß, wer sie ist.  „Es gab nur eins, was ich über mich wusste: Ich war der Vielen-nicht-ähnlich-Mensch.“
Eine Banane ist sie, findet ihr Onkel Wu, außen gelb, innen weiß. Eigentlich heißt sie Minh Thi, ist chinesischer Abstammung, aber ...  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Gabi Kreslehner: PaulaPaulTom ans Meer
Innsbruck-Wien: Tyrolia 2016

Als 15-jähriges Mädchen einen großen Bruder zu haben, kann vieles bedeuten. Auf einen Beschützer und Ratgeber zu vertrauen. Einen Vorkämpfer in der Auseinandersetzung gegen elterliche Autorität an seiner Seite zu wissen. Sich an der Gleichgültigkeit eines Fremden abarbeiten zu müssen, der mit der kleinen Schwester schlicht nichts anzufangen weiß, und dabei seine eigene Stärke zu entwickeln. Für Paula in Gabi Kreslehners neuem Jugendroman „PaulaPaulTom ans Meer“ gilt nichts davon.   >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Jenny Valentine: Durchs Feuer
Aus dem Englischen von Klaus Fritz. München: dtv 2016

Wenn es im eigenen Leben eiskalt ist, braucht man ein Feuer, um sich zu wärmen. Und genau dafür sorgt die Ich-Erzählerin Iris in Jenny Valentines neuem Jugendroman „Durchs Feuer“. Die 16jährige ist Pyromanin, seit ihrer Kindheit ist sie süchtig danach, Brände zu legen: „An manchen Tagen habe ich nichts als Feuer im Kopf. (…) Ich sehne mich an den unmöglichsten Orten danach.“   >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Stephanie Tromly: Digby #01
Aus dem Englischen von Sylke Hachmeister. Hamburg: Oetinger 2016

„Die Vorbereitungen für einen typischen Tag mit Digby ähnelten stark den Vorbereitungen auf den Weltuntergang.“ Bevor Zoe an die neue Schule kommt und dort diesen schrägen Außenseiter im schwarzen Anzug trifft, ist ihr Leben trotz der Scheidung der Eltern eigentlich ganz geordnet. Nun, mit Digby, regiert das Chaos. Ungefährlich ist die Freundschaft zu ihm auch nicht gerade, das macht schon der Vorspann klar: „Aber jetzt stehe ich vor einem Haus so voller Sprengstoff, dass man damit die ganze Straße in Schutt und Asche legen könnte, während ich fieberhaft überlege, wie ich wieder in das Haus reinkomme. Aber ich will nicht vorgreifen.“   >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

James Ryan Daley: Jesus Jackson
Aus dem Englischen von Franca Fritz und Heinrich Koop. Bamberg: Magellan 2015

Mit weißem Leinenanzug, glänzenden Lackschuhen und einem hellrosa Discohemd, das flachsblonde Brusthaare und ein glitzerndes Goldkettchen preisgibt, sieht er eher wie eine Mischung aus Gebrauchtwagenhändler und Zuhälter aus, nicht wie eine ernstzunehmende Instanz in existentiellen Lebensfragen. Jesus Jackson, der dem neuen Jugendbuch von James Ryan Daley seinen Titel gibt, laut eigener Aussage nicht zu verwechseln mit „dem“ Jesus, ist spiritueller Berater.    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Andrew Smith: Auf Umwegen
Aus dem Englischen von Hans-Ulrich Möhring. Hamburg: Carlsen 2015

„Ich habe manchmal Anfälle und werde ohnmächtig. (…) Meine Krankheit ist ein Andenken an den Tag, als ein totes Pferd vom Himmel fiel, genau auf mich und meine Mutter drauf.“
Mit zunächst unaufgelösten Verweisen wie diesem lässt der kalifornische Autor Andrew Smith seine Leserinnen und Leser öfter in einer Mischung aus Neugier und Verwirrung zurück.  „Auf Umwegen“, der Titel passt gut, denn das Buch springt gerne kreuz und quer in der Erzählzeit herum ...    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Kathrin Steinberger: Manchmal dreht das Leben einfach um
Wien: Jungbrunnen 2015

Freiheit wird maximal erlebbar, wenn aus Hindernissen Chancen zum Abheben werden“: Das ist die grundsätzliche Idee, die hinter dem Skateboarden steht. Dass in Kathrin Steinbergers neuem Jugendroman „Manchmal dreht das Leben einfach um“ gerade diese Sportart der 16jährigen Ich-Erzählerin ein neues Leben eröffnen wird, überrascht das Mädchen selbst.    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Kate Hattemer: Für Freiheit, Kunst und Mayonnaise
Aus dem Englischen von Ingo Hertzke. Hamburg: Carlsen 2015

Fast alles ist schon einmal erzählt worden, irgendwie, erst recht die Geschichte einer Freundschaft zwischen Jugendlichen an einer amerikanischen Highschool. Aber nicht so wie in Kate Hattemers Debut „Für Freiheit, Kunst und Mayonnaise“:  Ein Jugendroman als Textfläche für die Auseinandersetzung mit der literarischen Moderne, als  lustvolles, heiteres Spiel mit Erzählformen,  Literaturwissenschaft und Kunsttheorie. Schon der erste Satz ...    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Erin Jade Lange: Halbe Helden
Aus dem Englischen von Jessika Komina und Sandra Knuffinke. Bamberg: Magellan 2015

Wenn es den sechzehnjährigen Dane in den Handflächen juckt, gibt es nur einen Weg, dieses Kribbeln loszuwerden: zuschlagen. Und es juckt oft, manchmal sind nur Kleinigkeiten der Auslöser, manchmal bewusste Provokationen. Wobei – viele gibt es ja nicht mehr, die sich mit Dane anlegen. Die meisten machen einen großen Bogen um ihn, Freunde hat er ohnehin keine. Und dann ist da plötzlich Billy D. Dieser Junge ist anders als die anderen ...    >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Jasper Fforde: Die letzte Drachentöterin
Aus dem Englischen von Isabel Bogdan. Köln: Bastei Lübbe 2015

Bisher war der Kampf gegen schuppige Ungeheuer eher Rittern vorbehalten. Mit „Die letzte Drachentöterin“, dem neuen Roman des britischen Kultautors Jasper Fforde, ist auch diese Bastion exklusiv männlichen Heldentums gefallen.
Die Protagonistin, Jennifer Strange, ist zwar erst sechzehn, aber mutig und einfallsreich wie Bilbo und Siegfried zusammen, dazu unbestechlich, uneigennützig und durchsetzungskräftig.   >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Sjoerd Kuyper: Erst wirst du verrückt und dann ein Schmetterling
Aus dem Niederländischen von Eva Schweikart. Stuttgart: Gabriel 2015

„Sei einfach du selbst“, wird dem dreizehnjährigen Kos geraten, der zwar unsterblich in Isabel verliebt ist, aber vor lauter Schüchternheit nichts auf die Reihe kriegt. Leichter gesagt als getan, wenn Mädchen ein fremdes Universum sind, zu dem man als Junge keinen Zutritt hat. Davon ist Kos überzeugt, schließlich hat er drei Schwestern. Libbie, Briek und die kleine Pel machen zu dritt ihr Ding, exklusiv ...   >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

John Corey Whaley: Das zweite Leben des Travis Coates
München: Hanser 2015

„Mary Shelleys Albtraum war Wirklichkeit geworden, genau hier, in einem Krankenhaus in Denver.“ Der neue jugendliterarische Frankenstein, das ist ein amerikanischer Teenager namens Travis Coates. Unheilbar an Leukämie erkrankt, meldete er sich für ein Experiment an: Sein Kopf wurde eingefroren, um irgendwann mit einem neuen Spenderkörper verbunden zu werden – sobald die Wissenschaft es möglich macht.   >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Jenny-Mai Nuyen: Nacht ohne Namen
München: dtv 2015

Fantasy – das Genre erfreut sich seit längerem großer medialer Beliebtheit. In TV-Serien, Filmen und Büchern wimmelt es, diesseits und jenseits der populärkulturellen Trash-Grenze, von phantastischen Wesen, Zauberern, Geistern – und Dämonen.  So auch in Jenny-Mai Nuyens neuem Jugendroman „Nacht ohne Namen“.
Nicki ist Außenseiterin, Einzelgängerin, obdachlos im übertragenen Sinn ...   >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Rainbow Rowell: Eleanor & Park
Übersetzt von Brigitte Jakobeit. München: Hanser 2015

„Warum haben Romeo und Julia vierhundert Jahre lang überlebt?“  fragt der Englischlehrer den sechzehnjährigen Park. Worauf dieser zögernd antwortet: „Weil die Leute sich gern daran erinnern, wie es ist, jung zu sein? Und verliebt?“
Genau darum, um die erste ganz große Liebe, geht es in Rainbow Rowells Jugendbuchdebüt. Dessen Titel folgerichtig nur aus den Eigennamen seiner Hauptfiguren bestehen kann: Eleanor und Park.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Emil Ostrovski: Wo ein bisschen Zeit ist ...
Übersetzt von Thomas Gunkel. Frankfurt/M.: Fischer 2014

In nicht wenigen jugendliterarischen Texten ist es der Tod eines geliebten Menschen, der die Handlung in Gang bringt. In Emil Ostrovskis Debutroman „Wo ein bisschen Zeit ist …“ ist es die Geburt seines Sohnes, die den achtzehnjährigen Jack in Bewegung setzt ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Andreas Jungwirth: Kein einziges Wort
Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2014

Zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, kann über dein Leben entscheiden: Zufällig stolpert der zwölfjährige Simon im Maisfeld über einen Hund mit aufgeschlitzter Kehle, daneben ein Messer und ein Zettel, auf dem „Letzte Warnung“ steht. Ohne groß nachzudenken, ruft er die Polizei ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Cristina Moracho: Zwillingssterne
Übersetzt von Annette von der Weppen. Hamburg: Königskinder im Verlag Carlsen 2014

Castor und Pollux, die am nächtlichen Himmel das Zwillingssternbild schlechthin verkörpern,  wurden laut der griechischen Sage von Zeus in derselben Nacht gezeugt.  Im Amerika Mitte der 90er Jahre führt eine weniger göttliche Fügung dazu, dass zwei Kinder zu Seelenverwandten werden ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Nils Mohl: Mogel
Reinbek: Rowohlt 2014

Wenn ein Mann Frauenkleider trägt, tut er das wünschenswerterweise freiwillig. Nicht so Miguel, der 15-jährige Ich-Erzähler in Nils Mohls neuem Jugendroman „Mogel“. Weil er seinen Freunden alkoholfreies Bier vorgesetzt hat, muss er mit ihnen eine Nacht lang als Girlie verkleidet um die Häuser ziehen. Zwei Mädels werden zur Unterstützung gerufen, und die Maskenbildnerinnen leisten ganze Arbeit ...  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Benjamin Alire Sáenz: Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums
Übersetzt von Brigitte Jakobeit. Stuttgart: Thienemann 2014

„Fast siebzehn zu sein, kann brutal, schmerzvoll und verwirrend sein.“ Der Ich-Erzähler in Benjamin Alire Sáenz neuem Roman „Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums“ bringt es auf den Punkt. Ari, Sohn mexikanischer Einwanderer im El Paso der 80er Jahre, ist ein Einzelgänger, weil er es so will. Allein zu sein macht ihm zwar keinen großen Spaß, aber es ist ihm immer noch lieber, als mit jemandem reden zu müssen.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

David Levithan: Letztendlich sind wir dem Universum egal
Übersetzt von Martina Tichy. Frankfurt/M.: Fischer 2014

„In deiner Haut möchte ich nicht stecken.“ Das sagt sich leicht im Bewusstsein, dass genau das physisch unmöglich ist – die körperliche Identität eines anderen anzunehmen. Doch nicht für A, die Hauptfigur in David Levithans Jugendroman „Letztendlich sind wir dem Universum egal“. A – den Namen hat sie, hat er sich selbst ausgedacht. Denn es gab und gibt niemanden, der von ihm/ihr weiß: Seit der Geburt wacht A jeden Morgen in einem anderen Körper auf, ...  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Anne-Laure Bondoux: Der Mörder weinte
Aus dem Französischen von Maja von Vogel. Hamburg: Carlsen 2014

„Er war wie die Tiere dieser Gegend, ständig durstig, instinktiv und gierig“. Paolo Poloverdo wächst im äußersten Süden Chiles auf, abgeschnitten von jeglicher Zivilisation. Ein wildes Kind, das weder Gesetze noch Gebote der Moral kennengelernt hat, sowenig wie ihm seine Eltern lesen oder schreiben beibrachten. Einsamkeit und Härte bestimmen das Leben „in dieser kargen Landschaft zwischen Steinen und Gewalt“.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Jenny Jägerfeld: Der Schmerz, die Zukunft, meine Irrtümer und ich
München: Hanser 2014

Es beginnt blutig: Im Kunstunterricht sägt sich Maja mit der Stichsäge unabsichtlich die Spitze ihres Daumens ab. Und ohne Wunden geht es für die 17jährige Ich-Erzählerin in Jenny Jägerfelds „Der Schmerz, die Zukunft, meine Irrtümer und ich“ auch nicht weiter, ganz im Gegenteil. Wobei ein abgesägter Daumen, Holzsplitter im Fuß oder ein Cut in der Stirn nicht die schlimmsten Verletzungen sind, ...  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Tamara Bach: Marienbilder
Hamburg: Carlsen 2014

Scherenschnittartig sind die Umrisse dreier Frauenköpfe am Cover zu sehen: Tamara Bach erzählt in ihrem neuen Roman „Marienbilder“ von Marianne, Magda und Mareike, Großmutter, Mutter und Tochter. Sie tut das formal herausfordernd, Perspektiven und Erzählzeiten wechseln übergangslos, ineinander fließend, so wie die Lebensgeschichten dieser drei Frauen ein ineinander verwobenes Geflecht sind ...  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Terry Pratchett: Dunkle Halunken
München: ivi 2013

„Die Abflüsse und Abwasserkanäle waren mehr als nur voll, sie quollen über und würgten hoch, was sich darin angesammelt hatte: Schmutz und Schmiere, tote Hunde, Katzen, Ratten und Schlimmeres.“
Schon der Beginn des neuen Romans von Terry Pratchett, „ Dodger“, in der großartigen Übersetzung von Andreas Brandhorst „Dunkle Halunken“, bricht wortgewaltig über den Lesenden herein.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Shion Miura: Schneeschütteln in Kamusari
Hamburg: Carlsen 2013

„Schneeschütteln in Kamusari“ – schon der Titel des Romans von Shion Miura verheißt Ereignisse außerhalb der Alltagsrealität mitteleuropäischer Jugendlicher. Denn, erraten, das Buch spielt in Japan. Genauer gesagt in einer der nördlichsten japanischen Bergprovinzen, in einem Kaff namens Kamusari, oder um in der Diktion des Ich-Erzählers zu bleiben: am Arsch der Welt.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Geoff Rodkey: Dreckswetter und Morgenröte
Hamburg: Carlsen 2013

„The Chronicles of Egg. Deadweather and Sunrise“, in der deutschen Übersetzung von Claudia Max „Die Legenden der Blauen Meere“ bietet mit Band 1 „Dreckswetter und Morgenröte“ Unterhaltung auf höchstem Niveau. Der Autor Geoff Rodkey selbst bezeichnet seine als Trilogie angelegte Serie als „adventure-comedy-mystery-coming of age“ story. Und genau das ist es ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Preben Kaas: Herr Ostertag macht Geräusche
Hamburg: Chicken House 2013

Neuneinhalb Sekunden klingt nach nicht viel, und doch lässt sich allerlei in dieser Zeit anfangen. Sie können mehrere Sätze sprechen, eine Seite querlesen, ein paar Schritte gehen oder, wenn Sie Usain Bolt heißen, 100 Meter laufen. Aber eines können Sie nicht – die Handlung ungeschehen machen.
Darin unterscheiden wir gewöhnlichen Menschen uns von Julian ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Daniel Handler: 43 Gründe, warum es aus ist
Ill.: Maira Kalman. Übersetzt von Birgitt Kollmann. München: Hanser 2013

Zwei Teenager verlieben sich und es klappt nicht mit den beiden. So ließe sich der Plot von Daniel Handlers neuem Jugendroman „43 Gründe, warum es aus ist“ auch beschreiben. Kennt man seit Romeo und Julia – wobei bei Handler, der unter seinem Pseudonym Lemony Snicket bekannt wurde, beide Protagonisten überleben. Und doch ist dieses Buch besonders. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Elisabeth Rapp: Wenn er mich findet, bin ich tot
München: dtv 2013

„Wenn er mich findet, bin ich tot.“ Mit diesem Titel lässt die Berliner Autorin Elisabeth Rapp keinen Zweifel, welchem Genre ihr jugendliterarischer Debutroman zuzuordnen ist. Sicherheitshalber hat es der Verlag auch noch aufs Cover gedruckt. Ein Thriller also. Und es wird nicht zu viel versprochen.
Denn das Buch ist spannend, richtig spannend. Vom Plot kann nicht viel verraten werden, einen Thriller darf man nicht spoilern. Nur so viel: ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Christian Frascella: Sieben kleine Verdächtige
Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki. Frankfurt/M.: Frankfurter Verlagsanstalt 2013

„Sie waren alle etwa zwölf Jahre alt, als sie beschlossen, die Bank von Roccella, ihrer kleinen Stadt, auszurauben“. Schon mit dem ersten Satz gibt Christian Frascella die wichtigste Handlungslinie seines neuen Jugendromans „Sieben kleine Verdächtige“ vor. „Alle“, das sind sieben Freunde an der Grenze zur Pubertät, die in einer sizilianischen Kleinstadt aufwachsen. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Inés Garland: Wie ein unsichtbares Band
Aus dem argentinischen Spanisch von Ilse Layer. Frankfurt/M.: Fischer 2013

Wie im Paradies fühlt es sich für Alma an, auf der Insel in der Nähe von Buenos Aires, auf der das Wochenend-Haus ihrer Eltern steht, umgeben von Wasser, Kumquatbäumen und Bambusdickicht. Der Fluss ist ihr Zuhause, der Ort, wo sie hingehört. Dort trifft sie auch Carmen und deren Bruder Marito, ihre Lebensmenschen. Die energische, furchtlose Carmen wird ihre beste Freundin, der stille, nachdenkliche Marito ihre große Liebe ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Jürgen Seidel: Paradies der Täter
München: cbj 2013

Wut, Scham und Liebe – das sind die emotionalen Kräfte, die Tom Blume antreiben, den 17jährigen Ich-Erzähler in Jürgen Seidels neuem Roman „Das Paradies der Täter.“ Es ist die Wut über die Last einer schuldhaften Vergangenheit, die ihm sein Vater – ein Nazi, der in der SS als Adjudant diente - aufgebürdet hat. Es ist die Scham stellvertretend für den Vater, der keinen Zentimeter von seiner Ideologie abweicht und keine Scham kennt. Und es ist die Liebe zu Walli, seiner jüdischen Mitschülerin. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Emmy Abrahamson: Widerspruch zwecklos oder Wie man eine polnische Mutter überlebt
Aus dem Schwedischen von Anu Stohner. München: dtv 2013

Erinnern Sie sich an eine peinliche Situation mit ihrer Mutter? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Auch in Emmy Abrahamson´s Roman-Erstling „Widerspruch zwecklos oder Wie man eine polnische Mutter überlebt“ mangelt es der 16jährigen Ich-Erzählerin Alicja nicht an Momenten, in denen sie am liebsten im Erdboden versinken würde. Wenn etwa ihre Mutter... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Rainer Merkel: Bo
Frankfurt/M.: S. Fischer 2013

Road Novels erfreuen sich in der Jugendliteratur seit Jahren großer Beliebtheit, einige außerordentlich lesenswerte Texte sind diesem Genre zuzuordnen. Man denke etwa an Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ 2011, in dem zwei Freunde in einem geklauten Lada durch die ehemalige DDR ziehen. In Rainer Merkels Roman „Bo“ ist das Setting ein denkbar anderes: Handlungsraum ist Liberia, ein westafrikanischer Staat an der Atlantikküste, eines der ärmsten Länder der Welt, geprägt von einem mehr als zehnjährigen Bürgerkrieg. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Louis Jensen: 33 Cent - um ein Leben zu retten
Aus dem Dänischen von Sigrid Engeler. München: Hanser 2013

„Ist es gerecht, dass Kinder verhungern? Ist das richtig?“ Nachdem er im Fernsehen immer wieder Bilder sterbender Kinder in Afrika sieht, lässt diese Frage den vierzehnjährigen Ich-Erzähler in Louis Jensen´s neuem Jugendroman „33 Cent um ein Leben zu retten“ nicht mehr los. Er beantwortet sie für sich eindeutig mit „nein“ und zieht daraus immer radikalere Konsequenzen. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Zoran Drvenkar: Der letzte Engel
München: cbj 2012

Wenn man aufwacht, kann man sich nie sicher sein, dass man noch der ist, als der man schlafen ging. In Zoran Drvenkars neuem Roman „Der letzte Engel“ bekommt der sechzehnjährige Motte eines Abends ein kryptisches Mail: „Sorry für die schlechte Nachricht, aber wenn du aufwachst, wirst du tot sein.“ Begreiflicherweise hält er das für einen schlechten Scherz, doch ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Jordan Sonnenblick: Buddha-Boy
Aus dem Englischen von Gerda Bean. Hamburg: Carlsen 2012

Eine eigene Identität zu fühlen, ist nicht selbstverständlich. Jugendliche kämpfen mitunter hart darum. So auch der vierzehnjährige Ich-Erzähler San Lee in Jordan Sonnenblicks „Buddha-Boy“. Dabei hat ihm das Leben Steine in den Weg gelegt: Seine Familie zieht permanent um, er hat nach fünf US-Bundesstaaten und einem Flugstützpunkt in der BRD dementsprechend viele Schulwechsel hinter sich. Und vor allem – er hält sich an das Motto seines Vaters: „Du musst mit den Wölfen heulen“... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Alison McGhee: Ich lebe, lebe, lebe
Übersetzt von Birgitt Kollmann. München: dtv 2012

„Ivy und ich hatten einen Unfall“. Wieder und wieder durchlebt Rose den Moment, seit dem ihre ältere Schwester mit Hirntrauma im Koma liegt. Der Moment, in dem sie aus der Zeit fielen. Seither nimmt die Siebzehnjährige sich selbst und ihre Umwelt fragmentiert, in Einzelteile zerlegt wahr, jede noch so kleine Handlung bedarf einer Überwindung: „Da sind die Stufen am Schulbus. Den rechten Fuß auf die unterste stellen. Geh durch den Gang. Da ist ein freier Platz. Setz dich.“  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Craig Silvey: Wer hat Angst vor Jasper Jones?
Aus dem Englischen von Bettina Münch. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 2012

Ein Held ist Charlie definitiv nicht, schmächtig und bebrillt liegt seine einzige Stärke in seiner Belesenheit. Und doch zögert er nicht, als eines Nachts Jasper Jones, der Junge mit dem schlechtesten Ruf der Stadt, vor seinem Fenster auftaucht und ihn um Hilfe bittet. Jasper bringt Charlie zu seinem Geheimplatz, einer im Busch verborgenen Lichtung ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Rachel van Kooij: Menschenfresser George
Wien: Jungbrunnen 2012

„Ich entschied, Japaner zu werden, schließlich wusste ich aus dem Buch genug über dieses fremde Land, um lebhaft und ausführlich darüber zu erzählen. Um mein neues Leben noch echter erscheinen zu lassen, fing ich an, mir ein Alphabet auszudenken. Niemand würde meine Herkunft anzweifeln, wenn ich die japanische Sprache in Wort und Schrift beherrschte.“  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Übersetzt von Sophie Zeitz. München: Hanser 2012

Wenn man sich verliebt, träumt man bisweilen davon, ein ganzes Leben miteinander zu verbringen, unendlich viel Zeit zusammen zu haben. Dass diese Unendlichkeit für sie sehr begrenzt ist, wissen Hazel und Gus in John Greens neuem Jugendroman „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von Anfang an. Sie haben beide Krebs.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Benny Lindelauf: Unsere goldene Zukunft
Übersetzt von Bettina Bach. Berlin: Bloomsbury 2012

„Neun offene Arme“ – so heißt der verwitterte Backsteinbau außerhalb der Stadt, in dem Fing Boon zuhause ist, in Limburg im Süden der Niederlande, ganz nahe an der Grenze zu Deutschland. Und so warm und geborgen, wie dieses „neun offene Arme“ klingt, so fühlt sich auch das Leben in der vielköpfigen Familie an, das der junge holländische Autor Benny Lindelauf in seinem neuen Roman „Unsere goldene Zukunft“ zeichnet.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Antje Wagner: Schattengesicht
Berlin: Bloomsbury 2012

Wenn ein Buch damit beginnt, dass die Ich-Erzählerin eine Zelle im Gefängnis bezieht, stellt sich die Frage, wie es dazu gekommen ist. Antje Wagner gibt in ihrem Roman „Schattengesicht“ darauf eine Antwort, indem sie chronologisch rückwärts erzählt, Milanas Lebensstationen von der jungen Erwachsenen bis zum Kind im Krebsgang aufrollt: als Zimmermädchen kurz vor ihrer Inhaftierung, als Referendarlehrerin ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Iva Procházková: Orangentage
Mannheim: Sauerländer 2012

Als seine Mutter noch lebte, war die Welt für Darek einfach. Es gab klare Richtlinien, nach denen man sich orientieren konnte, Gesetze wie „ Es gibt Dinge, die man sich merken muss“ und „Bestimmte Sachen sollte man schnellstens vergessen“. Nach ihrem Tod gehören Sicherheiten und Eindeutigkeiten der Vergangenheit an.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Tamara Bach: Was vom Sommer übrig ist
Hamburg: Carlsen 2012

„Und irgendwann gibt es nur noch einen selbst“. Die beiden Ich-Erzählerinnen Louise und Jana in Tamara Bachs neuem Jugendroman „was vom Sommer übrig ist“ haben niemanden, mit dem sie reden, lachen, weinen könnten. Keine Freunde, keine Verwandten – und die Eltern, die sind ausschließlich mit sich selbst beschäftigt.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Rolf Lappert: Pampa Blues
München: Hanser 2012

Liebeserklärungen an Großstädte gibt es viele. Paris, Wien, New York, Amsterdam – sie alle wurden in der Literatur, in der Musik, im Film, besungen und beschrieben. Und nun gibt es mit Rolf Lapperts „Pampa Blues“ auch eine doppelbödige literarische Hommage an das Gegenstück dieser lebendigen, lauten Metropolen – an die winzigen, bedeutungslosen Nester ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Philip Gwynne: Outback
Übersetzt von Kai Kilian: Mannheim: Sauerländer 2011

Wenn zwei Welten aufeinander prallen, kann das mitunter Auslöser für große Veränderungen sein: Als plötzlich sein tot geglaubter Großvater in Hughs Leben auftaucht, beginnt für den 16jährigen eine Reise mit unbestimmtem Ausgang – dreitausend Kilometer von Sydney bis zum Ayers Rock.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Marie-Aude Murail: Das ganz und gar unbedeutende Leben der Charity Tiddler
Ill. von Philippe Dumas. Übersetzt von Tobias Scheffel. Frankfurt/M.: Fischer 2011

„ Dem Manne das Schwert, der Frau die Nadel“: Von der Selbstverständlichkeit eines selbstbestimmten weiblichen Lebens ist Charity Tiddler, überbehütetes Mädchen aus wohlhabendem Hause, im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts weit entfernt.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

John Henry Eagle: Der eiserne König
Frankfurt/M.: Fischer 2011

„Es war einmal ….“ – ein Fantasy-Roman, der fast alles woanders klaut. Mit schamloser Offenheit bedient sich „Der eiserne König“ in der Grimmschen Märchenwelt, in Fabeln und Mythen wie in einem Supermarkt der Namen, Geschichten und Motive. Nimmt sie, verdreht und verändert sie, dichtet Neues hinzu, und in dieser hemmungslos durcheinander gewürfelten Melange des intertextuellen Spiels entstehen Eigenständigkeit, Witz und Originalität. ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Joyce Carol Oates: Foxfire. Bekenntnisse einer Mädchengang
Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann. München: dtv 2011

„Was ist das Gedächtnis anderes als ein Aufbewahrungsort für alles, was dazu verdammt ist, vergessen zu werden? Deswegen braucht man die Geschichtsschreibung. Geschichte zu erfinden ist harte Arbeit.“
Die Ich-Erzählerin in Joyce Carol Oates neuem Jugendroman „Foxfire“ will nicht vergessen lassen. Nimmt ihre alten Aufzeichnungen zur Hand, die sie damals,... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Ingrid Law: Der Schimmer des Ledger Kale
Aus dem Englischen von Birgit Schmitz. Hamburg: Carlsen 2011

Sie können Berge versetzen, Radioaufnahmen in Einmachgläsern konservieren oder in der Zeit reisen: „Schimmer“-Familien, deren Mitglieder jeweils an ihrem dreizehnten Geburtstag ihr individuelles außergewöhnliches Talent entwickeln. Mit welchem man bedacht wird, kann man sich nicht aussuchen – obwohl ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Timothée de Fombelle: Vango. Zwischen Himmel und Erde
Aus dem Französischen von Tobias Scheffel und Sabine Grebing
Hildesheim: Gerstenberg 2011

„Ich habe Seile von Turm zu Turm gespannt, Girlanden von Fenster zu Fenster, goldene Ketten von Stern zu Stern, und ich tanze“. Vango, der titelgebende Protagonist in Timothée de Fombelles neuem Roman, tanzt nicht, wie es die Zeilen von Arthur Rimbaud vorgeben, er flieht. Das aber mit Geschicklichkeit und Eleganz, über die Dächer von Paris ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Marlene Röder: Melvin, mein Hund und die russischen Gurken
Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2011

Was esse ich zum Frühstück, welches Kleid trage ich heute Abend, beantworte ich dieses Mail jetzt oder erst morgen oder gar nicht? Ständig ist man vor Entscheidungen gestellt, manche haben keine, andere weitreichende Konsequenzen. Schlafe ich mit dem Freund meiner Cousine? Fahre ich mit meinem Rollstuhl die Skater-Halfepipe hinunter ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Jenny Valentine: Die Ameisenkolonie
Übersetzt von Klaus Fritz. München: dtv 2011

Wie lebt man mit Schuld? Wie damit, etwas Unverzeihliches getan zu haben? Der siebzehnjährige Sam in Jenny Valentines neuem Jugendroman „Die Ameisenkolonie“ entscheidet sich für Flucht. In der Hoffnung, sein altes Selbst in einem brandneuen Leben hinter sich zu lassen, fährt er aus dem ländlichen Nichts zwischen Schafen und Weiden nach London. ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Anne-Laure Bondoux: Die Zeit der Wunder
Übersetzt von Maja von Vogel. Hamburg: Carlsen 2011

„Als Gloria von der Arbeit kommt, frage ich sie, ob man während des Krieges glücklich sein darf. Sie schaut mich ernst an und wischt sich den Schmutz von den Wangen, bevor sie antwortet: Glücklich sein wird zu jeder Zeit empfohlen, Monsieur Blaise.“ Und so ist es möglich, dass das Flüchtlingsleben des Jungen Koumail in Anne-Laure Bondoux´ neuem Roman nicht nur eine Odyssee durch Hunger, Kälte, Angst und Verzweiflung ist... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Siobhan Dowd: Auf der anderen Seite des Meeres
Übersetzt von Salah Naoura. Hamburg: Carlsen 2011

Manchmal liest man in Zeitungen über sie, vor allem dann, wenn sie mit dem Gesetz in Konflikt geraten: über Kinder aus desolaten familiären Verhältnissen, die im Heim landen, bei Pflegefamilien untergebracht werden. Selten jedoch kommen sie selbst zu Wort. In ihrem Roman „Auf der anderen Seite des Meeres“, dem letzten vor ihrem frühen Tod 2007, gibt die irisch-stämmige britische Autorin Siobhan Dowd diesen Kindern eine Sprache.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Que Du Luu: Vielleicht will ich alles
Köln: Kiepenheuer & Witsch 2011

„Nachdem meine Mutter mir die abgebrochene Bierflasche in den Bauch gerammt hatte, war für mich Schluss.“ Man kann Que du Luu nicht vorwerfen, in ihren neuen Roman „Vielleicht will ich alles“ zu langatmig einzusteigen. Und sie hält das Tempo über dreihundert Seiten lang bravourös durch.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Nils Mohl: Es war einmal Indianerland
Hamburg: Rowohlt 2011

„Es war einmal Indianerland“: Für den Hamburger Autor Nils Mohl hat die Großstadt einiges mit dem Wilden Westen zu tun. Gekämpft wird zwar nicht mit Revolvern, sondern mit Fäusten, doch für zartbesaitete Gemüter ist sie jedenfalls nichts.
Der siebzehnjährige Ich-Erzähler lebt in einer Plattenbausiedlung am Stadtrand, im Ghetto. ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Wolfgang Herrndorf: Tschick
Berlin: Rowohlt 2010

„Lada auf großer Fahrt“, „Landpartie mit Lada“, Lektionen fürs Leben in der Pampa“ titelte das Feuilleton: Wolfgang Herrndorfs neuer Roman „tschik“ inspiriert sichtlich auch seine Rezensenten. Selten macht Lektüre so großen Spaß, und wie so oft bei gutem Humor ist es auch einer, dem etwas Tragisches anhaftet, etwas Schräges, nicht Alltägliches. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Robert Williams: Luke und Jon
Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit. Berlin: BvT 2010

Wie kann das Leben weitergehen, wenn es eigentlich aufgehört hat an dem Tag, an dem die Mutter bei einem Autounfall tödlich verunglückt?
Davon erzählt der Engländer Robert Williams in seinem Debutroman „Luke und Jon“. Davon, wie Vater und Sohn umziehen, in eine Kleinstadt namens Duerdale, auf einen Berg in ein baufälliges, heruntergekommenes Haus. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Jan de Leeuw: Roter Schnee auf Thorsteinhalla
Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf. Hildesheim: Gerstenberg 2010

Frischer Schnee über gefrorenen Ackerfurchen, Sterne, die klar wie Eis am Himmel stehen: Es ist kalt in Jan de Leeuws neuem Jugendroman „Roter Schnee auf Thorsteinhalla“. Kalt und rauh und erbarmungslos.
Hallgerd, die Tochter eines Wikinger-Jarls, überlebt als Einzige den Angriff des machtgierigen Asmund, der ihre Familie und ihre Halle auslöscht. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Judy Blundell: Die Lügen, die wir erzählten
Aus dem Englischen von Mirjam Pressler. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2010

Manche Bücher sind wie Kino, lassen Bilder wie einen Film vor einem ablaufen. Judy Blundells Roman „Die Lügen, die wir erzählten“ ist so ein Buch. Die Bilder sind schwarz-weiß, die Kinosessel plüschig und weich, in der Luft liegen das Rascheln von Petticoats, Zigarettenrauch und der Duft von schwerem Parfum. Auf der Leinwand spielen Lauren Bacall und Humphrey Bogart, exerzieren die Dramatik eines Lebens voller Schicksalsschläge. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Meg Rosoff: Davon, frei zu sein
Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit. Frankfurt/M.: Fischer 2010

„An dem Morgen, als Pell Ridley heiraten sollte, stahl sie sich in der Dunkelheit aus ihrem Bett, küsste ihre Schwester zum Abschied, holte Jack aus dem Wind und Regen von der Weide herein und sagte ihm, sie würden weggehen.“ In Meg Rosoffs neuem Roman „Davon, frei zu sein“, im Original „The Bride´s Farewell“, verweigert sich ein junges Mädchen ihrem vorbestimmten Leben als Ehefrau und Mutter... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

John Green / Maureen Johnson / Lauren Myracle: Tage wie diese
Übersetzt von Barbara Abedi. Würzburg: Arena 2010

„Let it snow. Three Holiday Romances“ lautet der englische Orginaltitel des eben auf Deutsch erschienenen Bandes „Tage wie dieser“, und damit ist schon einiges gesagt. Drei Geschichten, in denen es um die Liebe geht und in denen es schneit. Und zwar gewaltig. Heiligabend in einer Kleinstadt in Virginia: Ein Schneesturm, der schlimmste seit fünfzig Jahren, legt den Verkehr lahm ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Jon Ewo: Am Haken
Aus dem Norwegischen von Christel Hildebrandt. München: dtv 2010

Das Leben ist wie eine Wassermelone – und man soll sich ein großes Stück davon nehmen, erklärt Jon Ewo in seinem neuen Jugendroman „Am Haken“. Was für den 17jährigen Bud Martin mit seinen 105 kg nicht so leicht ist. Dabei ist es nicht sein Übergewicht, das ihn stört – er mag sein Fett. Die Schutzschicht wärmt, isoliert, ist weich und schützt vor Kollisionen.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Jenny Valentine: Kaputte Suppe
Aus dem Englischen von Klaus Fritz. München: dtv 2010

Ahnungslos steht die sechzehnjährige Rowan im Supermarkt an der Kasse, als ihr ein fremder Junge plötzlich ein Fotonegativ in die Hand drückt, das sie angeblich hat fallenlassen. Sie nimmt es, obwohl sie mit Sicherheit weiß, dass es ihr nicht gehört. Damit kommen in Jenny Valentines neuem Jugendroman „Kaputte Suppe“ Ereignisse ins Rollen, die Rowans Leben unumkehrbar verändern werden.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Sofia Laguna: Ich bin Bird
Aus dem Englischen von Ingo Herzke. Hamburg: Carlsen 2012

Verlassen zu werden zählt zu den möglicherweise schmerzhaftesten Erfahrungen, die man als Mensch machen kann. Erst recht, wenn es ein Elternteil ist, der geht, und man selbst noch ein kleines Kind. In Sofie Lagunas neuem Jugendroman „Ich bin Bird“ ist der zwölfjährige James ohne jede Erinnerung an seine Mutter ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

John Green: Margos Spuren
Aus dem Englischen von Sophie Zeitz. München: Hanser 2010

Das Leben ist auch von Zufällen bestimmt. Wo wir geboren werden, wer unsere Eltern sind, wo wir wohnen. Für Quentin, den Ich-Erzähler in John Greens neuem Jugendroman „Margos Spuren“ ist der Umstand, dass er neben Margo Roth Spiegelman wohnt, ein Wunder – vergleichbar mit einer Hochzeit mit der Queen oder dem ersten Schritt auf dem Mars.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Thorsten Nesch: Joyride Ost
Ein Roadmovie-Roman. Hamburg: Rowohlt 2010

Was wäre, wenn Romeo und Julia nicht im Verona der Renaissance, sondern Anfang des 21.Jahrhunderts in einem deutschen Kaff namens Wessenheim lebten? Sie könnten wie in Thorsten Neschs neuem Jugendroman „Joyride Ost“ Tarik und Jana heißen, die Montagues wären dann eine streng patriachalisch funktionierende türkische Familie und die Capulets baptistische Russen.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Linzi Glass: Im Jahr des Honigkuckucks
Übersetzt von Ulli und Herbert Günther. München: Hanser 2010

„In meiner Kindheit gab es einen alten Nachtwächter, einen Zulu, zu dessen Füßen ich oft saß und mit großen Augen zuhörte, wenn er mir Geschichten seines Volkes aus früheren Zeiten erzählte“, schreibt Linzi Glass in einer Anmerkung zu ihrem Romandebut „Im Jahr des Honigkuckucks.“ >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Martina Wildner: Grenzland
Ill. von der Autorin. Frankfurt/M.: Fischer 2009

Sie fallen nicht auf, die Jugendlichen, die mit langärmligen T-Shirts die Schnitte auf ihren Unterarmen verbergen. So wie die fünfzehnjährige Agnes in Martina Wildners „Grenzland“ kein Problemkind ist, keine Schwierigkeiten hat und macht, in einer liebevollen Familie aufwächst. Und doch fehlt ihr etwas.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Mikael Engström: Ihr kriegt mich nicht!
Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer. München: Hanser 2009

Mik kann zwar nicht schwimmen, aber er springt trotzdem ins tiefe Wasser. Alles ist besser als wie ein Feigling dazustehen, sogar das Ertrinken. Mik ist an Kämpfe gewohnt, die er nicht gewinnen kann: Mit seinem älteren Bruder Tony boxt er, bis er grün und blau geschlagen ist. Seine Mutter ist gestorben, der Vater schwerer Alkoholiker, nur Tony sorgt für ihr Überleben. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Antje Wagner: Unland
Berlin: Bloomsbury 2009

Wie entsteht Spannung? Eine Frage, die sich in der Physik eindeutiger beantworten lässt als in der Literatur. Wie sich ein spannendes Buch liest, erlebt man jedenfalls bei Antje Wagners neuen Jugendroman „Unland“.
In „Haus Eulenruh“, einem von Pädagogen betreuten Wohnprojekt, soll Franka ihr neues Zuhause finden: eine Herausforderung für die Vierzehnjährige, die sich nach einem Leben in Heimen und Pflegefamilien in Berlin plötzlich in Waldburgen wiederfindet, einem Kaff irgendwo in Sachsen-Anhalt. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Karlijn Stoffels: 1:0 für die Idioten
Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf. Berlin: Bloomsbury 2009

„Zebbie marschiert immer noch im Flur auf und ab. Rayela steht schon seit heute früh. Kein Sozio hat es geschafft, sie von der Stelle zu bewegen. Wenn ihre Eltern sie abholen, müssen sie mit einem Pritschenwagen kommen und sie wie ein Brett hinten drauf schieben. Der Ort, den sie sich diesmal mit viel Gespür ausgesucht hat, ist direkt vor der Waschmaschine. Weil Carmen dadurch nicht waschen kann, hat sie keine saubere Kleidung mehr, jedenfalls in ihren Augen nicht. Deshalb sitzt sie den ganzen Tag in der Badewanne.“ >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Monika Pelz: Winchester Mystery
Wien: Jungbrunnen 2009

Fenster, hinter denen nur eine Wand liegt, kunstvolle Treppen, die an der Decke enden, Geheimtüren und Spinnennetz-Muster, 13 Stufen, die hinunter in das 13. Badezimmer führen: Das ist der Stoff, aus dem geheimnisumwobene Häuser gemacht sind. 38 Jahre lang, von 1884 bis 1922, baute Sarah Winchester an diesem viktorianischen Bau in San José, der immer stärkere labyrinthische Ausmaße mit unzähligen Fenstern, Türen, Treppen und Gängen annahm. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Alyssa Brugman: Solo
Aus dem Englischen von Ulli und Herbert Günther: München: dtv 2009

Schutz, Geborgenheit, Liebe – diese Werte hat die junge Mackenzie nie kennengelernt. Nicht in der Familie und auch sonst nirgends. Für sie ist der Titel des neuen Jugendromans von Alyssa Brugman Lebensprogramm: „Solo“. Mackenzie ist allein. Ihr Vater ist nach einem Ereignis, über das sie nicht sprechen will, verschwunden; die Mutter, ein Junkie, hat das halbwüchsige Mädchen von einem Tag auf den anderen ihrem Schicksal überlassen. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Jenny Valentine: Wer ist Violet Park?
Aus dem Englischen von Klaus Fritz. München: dtv 2009

Es ist in Büchern von zahllosen schicksalhaften Begegnungen zu lesen, die dem Leben der Hauptfigur einen neuen Verlauf geben, zum Guten wie zum Bösen. Normalerweise sind die Menschen, die diese Rolle übernehmen, noch ziemlich lebendig. Nicht so in Jenny Valentines Debutroman „Wer ist Violet Park?“ >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Gabi Kreslehner: Charlottes Traum
Weinheim: Beltz & Gelberg 2009

Die Pubertät ist schon an und für sich kein Spaziergang, auch ohne Scheidung der Eltern und Verlust des geliebten Hauses. Doch genau das passiert im Leben der 15jährigen Charlotte: Als das Verhältnis des Vaters auffliegt, findet sie sich plötzlich mit ihrer Mutter und den beiden kleineren Brüdern in der Wohnung der Großmutter wieder. Ihr Zuhause mit der Ulme davor, ihr schützender Erdbeerbaum, alles was sicher schien und vertraut, ist Vergangenheit. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Klick!
Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann. München: Hanser 2009

Wenn man auf den Auslöser einer Kamera drückt, entsteht eine Momentaufnahme. Doch wenn man sich die Fotographien aneinander gereiht ansieht, wird aus den einzelnen Bildern eine zusammenhängende und zusammengehörige Bilderreihe. Genau das ist das Prinzip des neuen Jugendromans „Klick“. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Marlene Röder: Zebraland
Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2009

„Hätte ich damals gewusst, was auf mich zukommt, wäre ich zu Hause geblieben. Ich hätte mir die Bettdecke über den Kopf gezogen und mit angehaltenem Atem gewartet…“ (…) „Darauf, dass dieser Kipppunkt in meinem Leben harmlos verstreicht. Nichts, nichts auf der Welt hätte mich dazu gebracht, auf dieses Festival zu fahren. Aber damals wusste ich noch nicht, wie die Normalität von einer Sekunde auf die andere zu etwas Ungeheuerlichem werden kann.“ >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Ingrid Law: Schimmer
Aus dem Englischen von Sylke Hachmeister. Hamburg: Carlsen 2008

Wenn Sie sich eine Fähigkeit jenseits der Naturgesetze wünschen könnten, was wäre es? Fliegen können? Unter Wasser atmen? Unsichtbar sein?
Mississippi Beaumont, genannt Mibs, stammt aus einer Familie, für die solche außergewöhnlichen Talente Realität sind. Großvater Bomba kann im wörtlichen Sinn Berge versetzen, Momma gelingt einfach alles, der älteste Bruder Rocket ist durch und durch elektrisch geladen und ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Blake Nelson: Paranoid Park
Aus dem Englischen von Heike Brandt. Weinheim: Beltz & Gelberg 2008

Wie geht man mit einer Schuld um, von der niemand etwas weiß, die einem selbst aber permanent präsent ist? Wie mit einem Geheimnis, das man niemanden anvertrauen kann? „Das ist das Ding mit Geheimnissen, sie machen einen verrückt. Wirklich wahr. Sie isolieren dich. Sie trennen dich von deinem Stamm. Irgendwann zerstören sie dich.“ >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Alexa Hennig von Lange: Leute, ich fühle mich leicht
München: cbt 2008

„Mir nimmt niemand mein Hungern weg. Hungern gibt mir so ein Gefühl von Unabhängigkeit. Wenn man nämlich richtig Hunger hat, der Magen vor lauter Verzweiflung anfängt, sich selbst zu verdauen, und man es trotzdem schafft, sich nichts hektisch in den Mund zu stopfen, dann hat man die Macht. Es geht um Autonomie. Mein Körper ist das letzte unbesetzte Gebiet, quasi eine unabhängige Provinz. Ähnlich wie das Dorf in Asterix und Obelix.“ >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

John Green: Die erste Liebe (nach 19 Versuchen)
Aus dem Amerikanischen von Sophie Zeitz. München: Hanser 2008

Bei manchen literarischen Figuren hat man das Gefühl, man würde sie in der Realität nur schlecht aushalten – und beim Lesen amüsiert man sich köstlich über sie. Colin Singleton in John Greens neuem Jugendroman „Die erste Liebe nach 19 vergeblichen Versuchen“ ist so ein Typ. Ehemaliges Wunderkind und nun auch schon siebzehn, ohne etwas wirklich Bedeutendes geschafft zu haben,... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Peter van Gestel: Wintereis
Aus dem Niederländischen von Mirjam Pressler. Weinheim: Beltz & Gelberg 2008

„Schnee von früher der nicht schmelzen will“. Mit diesen Worten aus der Feder seines Schriftstellerkollegen Remco Campert eröffnet der holländische Autor Peter van Gestel seinen neuen Jugendroman „Wintereis“. Und gibt damit den Bilderrahmen vor, in dem sich das Buch bewegt: Wie gefrorener Schnee liegt die Vergangenheit auf den Gefühlen der Menschen, von denen darin erzählt wird. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Sally Nicholls: Wie man unsterblich wird
Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann. Berlin: Bloomsbury 2009

"Fünf Tatsachen über mich
1. Ich heiße Sam.
2. Ich bin elf Jahre alt.
3. Ich sammle Geschichten und interessante Tatsachen.
4. Ich habe Leukämie.
5. Wenn du das liest, bin ich vermutlich tot." >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Martha Brooks: Mistik Lake
Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann. München: dtv 2008

Familiengeschichten sind wie alte Spiegel: Wenn man hineinsieht, erkennt man sich selbst wieder. Doch es gibt blinde Flecken, in denen man gar nichts sieht, Geheimnisse und Tabuthemen, über die nicht gesprochen wird. So eine Geschichte erzählt Martha Brooks in ihrem neuen Jugendroman „Mistik Lake“. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Paul Rambali: Der Mann, der barfuß lief
Aus dem Englischen von Birgit Schmitz. Hamburg: Carlsen 2008

„Er war allein. Der Marathon war sein Lauf. Er sah nur noch den Asphalt, der unter ihm dahinrollte, eine dunkle, majestätische Zielgerade.“ Rom, 10. Juni 1960, Olympische Spiele. Da kommt einer, von dem noch nie jemand etwas gehört hat, und gewinnt den Marathonlauf, barfuss. Eine Geschichte wie aus einem Märchen. Die Geschichte des Äthiopiers Abebe Bikila, des ersten Olympiasiegers aus einem schwarzafrikanischen Staat, der damit über Nacht zum Helden eines ganzen Kontinents wird. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Brian Selznick: Die Entdeckung des Hugo Cabret
Übersetzt von Uwe Michael Gutzschhahn. München: cbj 2008

„Ehe ihr die Seite umschlagt, möchte ich, dass ihr euch vorstellt, im Dunkeln zu sitzen wie zu Beginn eines Kinofilms“. So fordert uns Brian Selznick zu Beginn seines neuen Romans „Die Entdeckung des Hugo Cabret“ auf. Und was folgt, ist tatsächlich Kino. Ein Film zwischen Buchdeckeln. Selznick erzählt nicht nur in Worten, sondern wechselweise in langen Illustrationssequenzen, die anstelle des Textes die Geschichte vorantreiben. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Kevin Brooks: The Road of the Dead
Übersetzt von Uwe Michael Gutzschhahn. München: dtv 2008

Das englische Dartmoor hat die Phantasie einiger Schriftsteller angeregt - Arthur Conan Doyles „Hund der Baskervilles“ gehört zum Beispiel in diese karge Hügellandschaft voller Granitfelsen und prähistorischer Steinkreise. Und auch der Ich-Erzähler Ruben in Kevin Brooks neuem Jugendroman „The Road of the Dead“, dessen Titel auch in der deutschen Übersetzung im Englischen belassen wurde, scheint gut zu dieser mystischen Szenerie zu passen. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Joyce Carol Oates: Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon
Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann. München: Hanser 2008

„Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon“. Schon im Titel hat Joyce Carol Oates Anfang und Endpunkt ihres neuen Jugendromans fixiert. Der Anfang: ein Autounfall auf einer Brücke, bei dem Jennas Mutter stirbt, sie selbst nur knapp überlebt. Das Ende: die Neuorientierung in ihrem Leben nach der Zäsur. Dazwischen liegt eine von inneren und äußeren Schmerzen geprägte Zeit. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Michael Gerard Bauer: Nennt mich nicht Ismael!
Aus dem Englischen von Ute Mihr. München: Hanser 2008

„Call me Ishmael!“ Herman Melvilles erster Satz aus Moby Dick ist berühmt - und Inspirationsquelle für den australischen Autor Michael Gerard Bauer, der sich in diesem Frühjahr mit „Nennt mich nicht Ismael!“ in literarischer Hochstform präsentiert. Der vierzehnjährige Ismael leidet: Unter seinem Vornamen, der ihn seiner Überzeugung nach zum Versager prädestiniert, und vor allem unter seinem Mitschüler Barry Bagsley ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Lilli Thal: Vialla und Romaro
Hildesheim: Gerstenberg 2007

Nicht nur Kinder, wie es Bruno Bettelheim postulierte, brauchen Märchen. Auch Jugendliche und Erwachsene, die sich in eine Welt hineinlesen wollen, in der alles absolut ist. Das Gute und das Böse, die Liebe und der Hass. In der es zauberkräftige Geister und Dämonen gibt und dennoch die Menschen siegen. Lilli Thal hat mit „Vialla und Romaro“ so ein Märchen geschrieben. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Cynthia Kadohata: Kira-Kira
Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn. Hildesheim: Gerstenberg 2007

„Kira-Kira“ bedeutet auf japanisch „funkelnd“. Wie die Sterne – oder wie alles, was schön ist. Das können auch Schmetterlinge oder bunte Taschentücher sein. So sieht es zumindest Katie, die von ihrer älteren Schwester Lynn eine ganz besondere Sicht auf die Dinge lernt: „Lynn konnte einen ganz alltäglichen Gegenstand wie zum Beispiel eine Kleenexbox benutzen und mit ihm zeigen, wie erstaunlich die Welt ist.“ >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Melvin Burgess: Sarahs Gesicht
Aus dem Englischen von Heike Brandt. Hamburg: Carlsen 2007

„Les Yeux sans visage“ – „Eyes without a Face“ – hieß ein französischer Independentfilm Anfang der 60er Jahre, der den britischen Autor Melvin Burgess zu seinem neuen Jugendroman inspirierte: „Sarahs Gesicht“. Ein Thriller, ja, das vor allem. Aber auch das Psychogramm einer zutiefst gestörten Jugendlichen, die den Bezug zu sich selbst sosehr verloren hat, dass sie nur im Spiel mit imaginierten Identitäten und dem Tragen von Masken existieren kann.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Tamara Bach: Jetzt ist hier
Hamburg: Oetinger 2007

Da sitzt eine in Berlin und schreibt einen herausragenden Jugendroman nach dem anderen. Für den ersten, „Marsmädchen“, hat sie 2004 gleich den Deutschen Jugendliteraturpreis bekommen, „Busfahrt mit Kuhn“ ist auch schon in der zweiten Auflage, und diesen Herbst hat Tamara Bach ihren bislang reifsten Text vorgelegt: „Jetzt ist hier.“ Eine unbedingte Leseempfehlung. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Geraldine McCaughrean: Weiße Finsternis
Aus dem Englischen von Petra Koob-Pavis. München: cbj 2007

In die meisten Abenteuer rutscht man hinein, ohne sie geplant zu haben. So landet die vierzehnjährige Symone in Geraldine McCaughreans neuem Jugendroman „Weiße Finsternis“ auf einer Reise in die Antarktis – ungeplant, aber auch nicht unfreiwillig: Denn schließlich geht damit ihr Traum in Erfüllung. Das schüchterne, zurückgezogene Mädchen identifiziert sich völlig mit der Isolation und Stille des weißen Kontinents ...  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

John Boyne: Der Junge im gestreiften Pyjama
Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit. Frankfurt/M.: Fischer 2007

„Wir haben nichts gewusst.“ Eine nicht ungebräuchliche Rechtfertigung von Zeitzeugen zur Existenz nationalsozialistischer Konzentrationslager. Einer, der wirklich nichts weiß, ist der neunjährige Bruno in John Boynes neuem Roman „Der Junge im gestreiften Pyjama“. Das ist umso bemerkenswerter, als Brunos Vater hochrangiger NS-Funktionär ist, der 1942 zum Kommandanten von Auschwitz berufen wird.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

David Almond: Lehmann oder Die Versuchung
Aus dem Englischen von Ulli und Herbert Günther. München: Hanser 2007

„An meinen Zähnen klebte noch ein Stück Kommunion-Hostie. Ich pulte es mit der Zunge frei und schluckte es hinunter, dann zog ich wieder an der Zigarette.“
In seinem neuen Jugendroman „Lehmann oder Die Versuchung“ erzählt David Almond seine Geschichte vorwiegend in Bildern. Bilder aus der erzkatholischen nordenglischen Kleinstadt Felling, in der das Leben zunächst in geregelten Bahnen verläuft. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Meg Rosoff: Was wäre wenn
Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit. Hamburg: Carlsen 2007

Das Leben ist ein Spiel, und der Gegner heißt Schickal. Ihm kann man nicht entkommen, davon ist David Case überzeugt. Als er seinen kleinen Bruder in letzter Sekunde vor dem Sturz aus dem Fenster rettet, weiß er mit absoluter Sicherheit: Diesmal ist er dem Schlimmsten entkommen, aber das nächste Mal wird das Schicksal zuschlagen. Er ist verdammt, dem Untergang geweiht. Seine einzige Chance besteht darin, sich neu zu erfinden, mit seinem Namen fängt er an. Aus David wird Justin.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Sarah Weeks: Jamies Glück
Aus dem Amerikanischen von Birgitt Kollmann. München; Hanser 2007

Wenn bei einer zerkratzten Platte die Nadel hängt, kann man mit dem Fuss aufstampfen, damit sie weiterhüpft. In einem brüchigen Leben geht das leider nicht so einfach. Obwohl es genau das wäre, was sich der elfjährige Jamie in Sarah Weeks neuem Jugendroman „Jumping the scratch“, auf deutsch „Jamies Glück“, wünschen würde. Über die Gräben springen, die aufgerissen wurden, vergessen, was passiert ist:  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Eoin Colfer: Fletcher Moon
Aus dem Englischen von Catrin Fischer. Hamburg: Carlsen 2007

„Mein Name ist Moon. Fletcher Moon.“
Wer sich so vorstellt, weiß, was er tut. Und der Leser ahnt, was ihn erwartet. Ein James Bond der etwas anderen Art: „Ich bin Privatdetektiv. In den zwölf Jahren, die ich auf dieser rotierenden Kugel verbracht habe, die wir Erde nennen, habe ich viele Dinge zu Gesicht bekommen, für die normale Menschen keinen Blick haben.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Faiza Guène: Paradiesische Aussichten
Aus dem Französischen von Anja Nattefort. Hamburg: Carlsen 2007

„Cité du Paradis“ heißt die Betonsiedlung in den Pariser Banlieus, in denen die fünfzehnjährige Doria lebt. Ausgerechnet. Ihr Leben verläuft natürlich alles andere als paradiesisch: Der Vater hat die Familie verlassen und ist zurück nach Marokko gegangen, der Verdienst der Mutter als Zimmermädchen reicht hinten und vorne nicht, Kleider gibt es aus der Altkleidersammlung, Freundinnen deshalb keine.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Beate Dölling: Alles bestens
Weinheim: Beltz & Gelberg 2007

„Alles bestens“. So antwortet man gerne auf die Frage, wie es einem denn so geht, wenn man eigentlich keine Antwort geben möchte. Und so hat Beate Dölling ihren neuen Jugendroman genannt.
Der Jugendliche, dem es hier bestens geht, oder eben auch nicht, heißt Johannes Springborn, hat sich in Unterhosen aus der Wohnung ausgesperrt und niemanden, zu dem er gehen kann, bis seine Eltern in drei Tagen wiederkommen.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

John Green: Eine wie Alaska
Aus dem Amerikanischen von Sophie Zeitz. München: Hanser 2007

Oft ist es ein einziger Tag, der ein Leben prägt. An dem sich alles ändert, nach dem nichts mehr ist, wie es vorher war. In John Greens erstem Jugendroman „Eine wie Alaska“ erlebt Miles so einen Tag. Es ist der Tag, an dem Alaska stirbt.
Alles beginnt mit seiner Entscheidung, dem Highschool – Mief Floridas und dem elterlichen Schutzraum zu entkommen, auf der Suche nach dem „großen Vielleicht“.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Do van Ranst: Wir retten Leben, sagt mein Vater
Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann. Hamburg: Carlsen 2006

Wenn man die Kurve nicht mehr kriegt, verfehlt man sein Ziel und landet irgendwo, wo man eigentlich nicht hinwollte. Im neuen Jugendroman des belgischen Autors Do van Ranst ist dies das Haus der fünfzehnjährigen Ich-Erzählerin, das in einer Kurve steht, mit der niemand rechnet. Sieben Autofahrer sind bereits in ihrem Wohnzimmer gelandet, der erste Unglückliche war seinerzeit ihr Vater.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Tommy Wieringa: Joe Speedboat. Keine Zeit für Helden
Aus dem Niederländischen von Bettina Bach. München: Hanser 2006

„Joe war weniger ein ungewöhnlicher Junge als eine entfesselte Kraft. In seiner Nähe bekam man Gänsehaut vor Spannung – Energie nahm in seinen Händen Gestalt an, in loser Folge fabrizierte er Bomben, Rennmopeds und Flugzeuge und spielte damit wie ein sorgloser Zauberer. Ich hatte noch nie jemanden getroffen, bei dem Ideen so selbstverständlich Wirklichkeit wurden, auf den Angst und Konventionen so wenig Einfluss hatten.“ >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Joey Goebel: Freaks
Aus dem Amerikanischen von Hans M. Herzog. Zürich: Diogenes 2006

Sie sind „Freaks“: Der junge afroamerikanische Philosoph und Visionär Luster, der permanent weltverbessernde Selbstgespräche führt. Die 80jährige Opal, unfreiwillige Insassin eines Altersheimes, die es jetzt mit Sex und Rock´n Roll noch einmal so richtig krachen lässt. Ihr gewaltaffiner Schützling Ember, ein achtjähriges Mädchen, von deren Sprache und Aktionen jeder Hooligan noch etwas lernen könnte.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Martina Wildner: Michelles Fehler
Berlin: Bloomsbury 2006

Manchmal scheint im Leben alles schief zu laufen. Wie bei der vierzehnjährigen Hauptdarstellerin in Martina Wildners neuem Jugendroman „Michelles Fehler“.
Viel zu klein für ihr Alter, zu dick außerdem, ist sie beliebtes Ziel für den Spott und Terror ihrer Klassenkameraden, vor drei Monaten hat der Vater die Familie verlassen. An so einer Misere kann man sich selbst die Schuld geben, den anderen, dem Schicksal.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Joyce Carol Oates: Sexy
Aus dem Amerikanischen von Birgitt Kollmann. München: Hanser 2006

Jung. Attraktiv. Sexy. Möchte das nicht jeder sein? Darren ist es, und es verwirrt und verunsichert ihn. Sein gutes Aussehen macht ihn ebenso zum Gesprächsthema in der Schule wie seine Erfolge in der Schwimmmannschaft, doch er vermeidet es nach Möglichkeit, im Mittelpunkt zu stehen. Hält sich lieber am Rand, zeigt wenig bis gar nichts von seinen Gefühlen.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Jonas Hassen Khemiri: Das Kamel ohne Höcker
München: Piper 2006

„Es ist komisch. Eigentlich war ich nicht wild aufs Schreiben. Dann habe ich angefangen und konnte nicht aufhören. Vielleicht denkst du, der du den Text liest, einfach nur, dass der da voll verwirrt ist. Was soll ich sagen? Ich schreibe ehrlich, und wenn du lieber Falschheit lesen willst, dann kannst du einen anderen Text von einem idiotischen Schwedenphilisophen lesen. Außerdem, ich schwör, ich scheiß auf dich (und deine ganze Sippe).“ >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Philip Gwynne: Ein fetter Fang im langweiligsten Kaff der Welt
Aus dem Englischen von Ilse Rothfuss. Düsseldorf: Sauerländer 2006

Ein Mulloway ist nicht irgendein Fisch. Er ist, wie sein Name in der Sprache der Aborginees bedeutet, „der Größte“. Ein Mythos. Und Hunter Vettori, der ihn jagt, ist nicht irgendein Junge. Seit sein Vater beim Felsenfischen spurlos verschwunden ist, ist seine Welt aus den Fugen geraten. Eine Welt, die sich im Minimalradius der australischen Kleinstadt Dogleg Bay abspielt: am Campingplatz, den nun seine Mutter führen muss, auf der verkommenen Mole, an der er Tag für Tag seiner Leidenschaft nachgeht.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Alyssa Brugman: Ich weiß alles!
Deutsch von Herbert und Ulli Günther. München: dtv 2006

Wenn man jung ist, so richtig jung, hat man manchmal das Gefühl, dass einem keiner mehr etwas vormachen kann. „Ich bin achtzehn und weiß alles – na ja, nicht alles, aber eine ganze Menge“ ist das Credo der Ich – Erzählerin in Alyssa Brugmans neuem Jugendroman „Ich weiß alles!“
Zum reflektierten Erwachsenwerden gehört dann die Erfahrung, dass diese ganze Menge ziemlich wenig ist. Und genau das erlebt Rachel ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Joyce Carol Oates: Bad Girls
Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann. München: dtv 2006

„Bad Girls“ – böse Mädchen in diesem Sinne sind sie allemal, die ProtagonistInnen in der gleichnamigen Erzählsammlung von Joyce Carol Oates. Ihr Verhalten, ihre Aktionen sind die lebendig gewordenen Albträume von Müttern pubertierender Töchter. Sie brechen in Häuser ein, um den Liebhaber der Mutter zu entlarven, beschuldigen diesen der versuchten Vergewaltigung und zerstören damit sein Leben, ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Mikael Engström: Steppo. Voll die Krise
Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer. München: Hanser 2006

„Es würde ein regnerischer Herbst werden.“ Nicht zufällig hat der schwedische Jugendbuchautor Mikael Engström seinem neuen Roman „Steppo“ gerade diesen schlichten Satz voran gestellt. Er gibt die Beleuchtung und Hintergrundmusik eines Buches vor, in dem die Wolken tief stehen, innen und außen.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Martine Murray: Das feuerrote Kleid
Aus dem Englischen von Kattrin Stier. Reinbek: Rowohlt 2005

Rot ist mehr als nur eine Farbe. Rot bedeutet Leidenschaft, Dramatik, Außergewöhnlichkeit. Eigenschaften, die die Ich-Erzählerin Manon in Martine Murrays neuem Jugendroman „Das feuerrote Kleid“ in ihren eigenen Augen nicht besitzt. Sie muss sie sich anziehen, überstülpen, indem sie das Kleid ihrer Mutter trägt. Einen Tag und eine Nacht lang. 24 Stunden, in denen sie von zu Hause fortgeht in der Hoffnung auf einen neuen Anfang, ein neues Leben, ein neues Ich.   >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Dolf Verroen: Wie schön weiß ich bin
Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf. Wuppertal: Hammer 2005

„Geschichte ist etwas, das man behalten und erinnern soll.“ schreibt der Autor im Nachwort. Und trägt das Seine dazu bei, dass ein besonders dunkles Kapitel der Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.
Gerade zwölf Jahre alt ist sie, die Ich-Erzählerin Maria, Tochter eines reichen Großgrundbesitzers in Surinam, der kleinen niederländischen Kolonie in Südamerika Anfang des 18.Jahrhunderts. Zum Geburtstag bekommt sie ihren ersten eigenen Sklaven ... >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Michael Wildenhain: Die Schwestern
München: dtv 2005

Eines Tages ist sie plötzlich da, und Manuel weiß, dass von jetzt an nichts mehr so sein wird, wie es war: Ortrun, eine dunkle Schönheit mit hypnotisch grünen Augen, faszinierend in ihrer rauen Kompromisslosigkeit, in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Sie kann gut mit Messern umgehen, arbeitet nebenbei als Putzfrau in einem Nachtclub, auf ihren Armen verteilen sich die Narben von Schnittwunden, irgendwann verschwindet sie kurz im Jugendarrest.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Meg Rosoff: So lebe ich jetzt
Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit. Berlin: Bloomsbury 2009

Manche Geschichten können einen so überraschen, dass man sie vom ersten Moment an dafür liebt. Meg Rosoffs Debutroman „So lebe ich jetzt“ ist eine solche Geschichte. Zunächst glaubt man, eine klassische Familienerzählung mit einem Schuss jugendlicher Selbstfindung vor sich zu haben: Die 15jährige New Yorkerin Daisy wird nach England abgeschoben, zu ihren Cousins Edmont, Piper, Isaac und Osbert. Alle ein bisschen sehr anders.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Sarah Weeks: So B. It
Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit. München: Hanser 2005

„Genau um diese Zeit fand ich […] heraus, dass man noch lange nicht dumm ist, wenn man etwas nicht weiß. Etwas nicht zu wissen heißt nur, dass man noch Fragen stellen kann.“ Und genau das tut die Ich-Erzählerin Heidi im neuen Jugendroman von Sarah Weeks: Sie stellt Fragen. Sie hat auch allen Grund dazu. Mit ihrer geistig schwer behinderten Mutter lebt sie in einer außergewöhnlichen Schicksalsgemeinschaft ...  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Han Nolan: Born blue
Aus dem Englischen von Salah Naoura. Hamburg: Carlsen 2005

“Blue”: das Wort bezeichnet mehr als nur eine Stimmung. „To have the blues“ – das ist keine Augenblicksbefindlichkeit, sondern ein bestimmtes Lebensgefühl, eine Art grundsätzliche Disposition. Etwas, was man sich nicht aussuchen kann. So ist die Ich-Erzählerin Janie in Han Nolans Jugendroman „Born Blue“ in ein Leben hineingeboren, das ihr keine Wahl lässt. Oder besser gesagt: das sie unfähig macht, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn sie die Wahl hätte. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Marjaleena Lembcke: Die Fremde im Garten
München: Nagel & Kimche 2005

Marjaleena Lembckes neues Jugendbuch „Die Fremde im Garten“ erzählt von Dingen, die von weit her kommen. Erinnerungen der 1945 geborenen Autorin an ihre kleine finnische Heimatstadt Kokkola, an die Fünfziger Jahre ihrer Jugend. Hommage an eine überschaubare kleine Welt, verdichtet in der Ich-Erzählerin Hillevi. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Iain Lawrence: Die Tochter des Leuchtturmwärters
Aus dem Englischen von Christoph Renfer. Stuttgart: Freies Geistesleben 2005

„Die Tochter des Leuchtturmwärters“: Schon der Titel des neuen Jugendromans von Iain Lawrence lässt Bilder entstehen, weckt Assoziationen, Phantasien. Ist doch die Idee eines Lebens in völliger Abgeschiedenheit ein faszinierendes literarisches Motiv – siehe Ibsens „Frau vom Meer“. Auch Lawrence stellt ein junges Mädchen in den Mittelpunkt und entwickelt rund um sie ein Vierpersonendrama erster Güteklasse.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Polly Horvath: Der Blaubeersommer
Aus dem Englischen von Christiane Buchinger. Berlin: Bloomsbury 2004

Normalerweise wird man nicht nach einem auf der Entbindungsstation vergessenen Werkzeug benannt. Aber normal ist im Leben der dreizehnjährigen Ratsche sowieso nichts. Mit ihrer reflexionslos-egozentrischen Mutter haust sie in einer fensterlosen Kellerwohnung in Florida, ernährt sich größtenteils von Keksen und achtet peinlich darauf, niemandem ihren Rücken zu zeigen, der von „dem Ding“ verunstaltet wird. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Ron Koertge: Monsterwochen
Aus dem Englischen von Heike Brandt. Berlin: Bloomsbury 2004

„Krieg ich Ermäßigung? Wegen der Monster-Woche“ fragt der Spastiker Ben an der Kinokasse und sieht sich „Frankensteins Braut“ an. In dieser Vorstellung trifft er zufällig auf eine zugekiffte Mitschülerin, ein Mädchen, das seiner Einschätzung nach immer Stress bedeutet und das dann auf der Heimfahrt auch prompt aus dem Auto seiner Großmutter kotzt.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

David Almond: Feuerschlucker
Aus dem Englischen von Ulli und Herbert Günther. München: Hanser 2004

Es gibt Bücher, die sind wie Fotographien. Schwarz-Weiß, vielleicht schon ein bisschen verwaschen, führen sie den Betrachter, den Leser, in eine vergangene Zeit. Fasziniert erinnert man sich oder, wenn man damals noch gar nicht geboren war, beugt sich vor und schaut genauer hin, um mehr zu sehen. David Almonds „Feuerschlucker“ ist so ein Buch. In verträumtem, langsamem Ton erzählt es vom Spätsommer des Jahres 1962 in Keely Bay, einem heruntergekommenen nordenglischen Küstenort. Es ist das Jahr, in dem die Welt wegen der Kuba-Krise haarscharf an einem Atomkrieg vorbeischrammt.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Andreas Thalmayr: Lyrik nervt!
München: Hanser 2004

„Es gibt überhaupt kein Gehirn in der Welt, in dem es nicht von Gedichten wimmelt. Das kann ich beweisen!“ sagt Andreas Thalmayr in seinem Band „Lyrik nervt“ – und tut es. Nicht, indem er einfach eine Anthologie zusammenstellt, sondern indem er davon erzählt, was ein Gedicht überhaupt ist, wie es entsteht, welche Tricks und Regeln es dabei gibt.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Melina Marchetta: Ich bin´s, Francesca!
Aus dem australischen Englisch von Cornelia Holfelder-von der Tann. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2004

„Heute Morgen ist meine Mutter nicht aufgestanden.“ So beginnt der neue, zweite, Jugendroman der australischen Autorin Melina Marchetta „Ich bin´s Francesca!“. Dieser Satz verweist bereits auf den Ausnahmezustand, in dem sich die Ich-Erzählerin befindet. Denn Mütter haben zu funktionieren.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Mats Wahl: Soap
Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch. München: Hanser 2004

„Soap oder Leben“: Was der Titel von Mats Wahls neuestem Jugendroman als Alternativen einander gegenüberstellt, erklärt das Buch selbst zu Synonymen: das Leben ist eine Soap. Zumindest für den 15jährigen Jalle, Sohn eines führenden Kleinstadt-Gemeindepolitikers und passionierter Filmfreak.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Kevin Brooks: Martyn Pig
Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn. München: dtv 2004

Schön ist anders. Martyn, durch seinen Nachnamen „Pig“ sowieso schon zum Außenseiterdasein prädestiniert, lebt bei seinem Vater, einem widerlichen gewalttätigen Säufer, den er mit einer Mischung aus Apathie, Ekel und Routine erträgt. Seine Mutter hat sie schon vor Jahren verlassen. Es liegt an dem 15jährigen, sein Leben einigermaßen zu organisieren - bis es kurz vor Weihnachten aus den Fugen gerät.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Walter Kohl: Fuck off Koff
Hamburg: Oetinger 2004

„Wenn er mit dir redet, da fällt es dir wie Schuppen von den Augen, und es wird dir auf einmal klar, wie scheiße alles ist. Weil keiner mit einem redet.“ In seinem ersten Jugendroman erzählt der aus Linz stammende Autor Walter Kohl von der Schwierigkeit, mit anderen wirklich zu kommunizieren. Diese Sprachlosigkeit und die daraus resultierende existentielle Einsamkeit werden am Beispiel des achtzehnjährigen Franz Koff exekutiert.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Jerry Spinnelli : Der Held aus der letzten Reihe
Aus dem Englischen von Andreas Steinhöfel. Hamburg: Dressler 2004

Zinkoff ist wie alle anderen Kinder. Er läuft, spielt, fährt mit dem Fahrrad. Er möchte Briefträger werden wie sein Vater. Und er ist ganz anders als die anderen. Er fällt über seine Füße, bricht in scheinbar unmotiviertes Gelächter aus. Wenn ihm ein Mitschüler seine Kappe wegnimmt, strahlt er ihn nur an und sagt „Okay“.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Mark Haddon: Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone
Aus dem Englischen von Sabine Hübner. München: Blessing 2004

“Es war 7 Minuten nach Mitternacht. Der Hund lag mitten auf dem Rasen vor Mrs. Shears Haus, und seine Augen waren geschlossen. Obwohl er auf der Seite lag, sah es aus, als würde er rennen, so wie Hunde rennen, wenn sie im Traum einer Katze nachjagen. Aber dieser Hund rannte weder noch war er am Schlafen. Er war tot. Eine Mistgabel ragte aus dem Fell hervor.“ >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Tamara Bach: Marsmädchen
Hamburg: Oetinger 2003

Scheiße, ist mir langweilig“. Winter in einer deutschen Kleinstadt. Damit nicht genug, ist Miriam auch noch fünfzehn, also im Niemandsland zwischen Kindheit und Erwachsensein. „Fünfzehn ist so .... gar nichts. Auch so mittendrin“.
Drei Freundinnen sitzen im Mädchenklo der Schule und rauchen und warten, dass was passiert. So wie jeden Tag. Und dann passiert tatsächlich etwas. Miriam verliebt sich. In ihre Mitschülerin Laura.  >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Mikael Engström: Brando
Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer. München: Hanser 2003

It´s a man´s world im Sommer dieser schwedischen Kleinstadt, in der Brando aufwächst. Und in der herrschen strikte Regeln. Zum Beispiel, dass man gegen Perra keinen Elfmeter verwandelt, wie Brando es tut und damit einen veritablen Bandenkrieg auslöst. In dem wird schon mal mit Luftdruckgewehren geschossen. Klingt wild. Ist es auch, aber irgendwie auch wieder nicht. >>> Mehr lesen

 
    


 

  Jugendbuch des Monats

Renate Welsh: Dieda oder Das fremde Kind
Innsbruck: Obelisk 2002

„Ich probiere Geschichten an wie Kleider“, lässt Max Frisch seinen Gantenbein sagen. Geschichten sind wie Kleider – manche passen, manche nicht. Renate Welsh´s neues Buch „Dieda oder Das fremde Kind“ passt bis ins Detail. Der Stoff, aus dem die Geschichte gewoben ist, ist nicht leicht zu tragen. Er besteht aus der unerträglichen Einsamkeit eines sechsjährigen Mädchens, das aufs Land geschickt wird, um den Bomben des Zweiten Weltkriegs zu entkommen. >>> Mehr lesen

 
    


 

 
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