Institut für Jugendliteratur    
       
 
 
Buch des Monats Oktober 2017

Leguan heißt das Haus, in dem die Heldin und Ich-Erzählerin Biene Sabine lebt. Im ersten Stock hat sie ihre höchst persönliche „Kunst-und Unfug-Zimmerhöhle“ samt Filzstift-Installationen und Tattoo-Magazinen, im Erdgeschoß betreiben ihre Eltern das Café Leguan, in dem man Menschen treffen kann, die alle „ein bisschen speziell“ sind. Dort verziert Biene, die später einmal Tätowiererin werden will, den Gästen mit ihrem Kugelschreiber die Unterarme, serviert „Zahnpastasaft“ und lässt sich von Frau Almut, die schon sieben Mal gelebt hat und früher eine Hexe war, die Karten legen und die Zukunft deuten: „Es wird turbulent.“
Alsbald kreisen die Gedanken von Biene Sabine, die nicht nur von ihren Eltern als das wunderbarste Kind der Welt tituliert wird, überraschenderweise um den Tod, um die Endlichkeit des Lebens und vor allem um ihren Mitschüler Phillip, den in der Klasse alle nur „Milchbubi“ nennen.

Der vielseitige Künstler Michael Roher hat in seinem neuesten Buch nicht nur (und wieder ein Mal) einen idyllischen Sehnsuchtsort entworfen, an dem sich Privates und Öffentliches leichterhand vermischen und durchlässig werden, es ist ihm mit dieser längeren Erzählung ein wunderbares Übergangsbuch geglückt für alle LeserInnen, die zwischen Kindheit und Jugend stehen.

Eine ausführliche Besprechung folgt in >>> "1000 und 1 Buch"



 
    Michael Roher: Tintenblaue Kreise