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Lizzy Hollatko
Dort wartet schon mein Freund


Illustriert von Doroteya Petrova

erstmals erschienen:
Weitra: Bibliothek der Provinz 2009

derzeit lieferbar:
Weitra: Bibliothek der Provinz | 32 S.
ISBN 978-3-85252-936-3

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65 Jahre Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien

Preisgekrönt 2009: Dort wartet schon mein Freund

Für Kinder ist ein Umzug manchmal fast eine Art Tod, das Ende von allem Schönen und Vertrauten. Liebevoll-einfühlsam wird hier die kindliche Verzweiflung geschildert, die Sehnsucht nach dem verlorenen Freund, dem „Sommersprossenzähler“, mit dem man bis zum Kirschbaum fliegen konnte. Einzig die Phantasie kann alles Glück in einem Moment zurückbringen.

Rezension aus dem Jahr 2009
Der Einband zeigt eine imposante Tür, vor der ein bunter Trauerkranz hängt. Davor verlassene Kinderschuhe, umgestürzt, blass. Ein Unglück ist geschehen. Über diesen Eindruck hilft auch nicht die bunte Wohnzimmerlampe hinweg und da hinten, im Garten ist es ja, das einsame Mädchen auf der Schaukel. Und neben ihr die andere Schaukel, leer und leblos im Wind. Auch wenn sich der Trauerkranz als geblümte Handtasche erweist und die Tür der Einsegnungshalle als gewöhnliche Haustür, in dem zarten weißen Bilderbüchlein mit den krakeligen Linien und verwaschenen Pastellfarben geht es um Tod. Hollatko und Petrova erzählen mit ihren je eigenen Mitteln, ganz innig verbunden, eine Kindertragödie. Nein, der Freund, der schon "dort" wartet, ist nicht gestorben, aber er ist auch nicht mehr körperlich anwesend im "Hier", wo die süßen, roten Kirschen im Laub glänzen und genascht werden wollen. Die Ich-Erzählerin ist umgezogen, in ein Niemandsland, einen durchsichtigen Ort, ohne den Freund, den einzigen, auf den es ankommt, der die Sommersprossen zählt, die Zöpfe flicht und fliegen kann. Für Kinder ist ein Umzug manchmal nichts anderes als der Tod, das Ende von allem Schönen, von jeder Hoffnung. Einfühlsam wird hier eine solche Verzweiflung geschildert und die einzige Chance, ihr zu entgehen - die Phantasie, die alles Glück in einem Moment zurückbringen kann. Künstlerisch überzeugend gestaltet in der Kontrapunktik von matten und strahlenden Farben einerseits und grau-weiß gerahmten Gegenständen auf der anderen Seite. In der Leere dazwischen entsteht ein vorsichtiges Lächeln, die Hände der Mutter auf den Schultern der traurigen Tochter und eine große, bunte Eistorte. Und darüber, im Traum, der Freund. So endet die Geschichte mit einem wunderbar tröstlichen "Vielleicht doch!" (Ines-Bianca Vodgt)
In: >>> "1001 Buch" | 2009, Heft 2, S. 55

Weiterführende Informationen:
>>> Website der Autorin Lizzy Hollatko
>>> Verlagsseite zum Buch

Lizzy Hollatko: Dort wartet schon mein Freund
 
    65 Jahre Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien


             

   
 
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